Aus dem Archiv: „Organisiertes Glück“


Siegfried Kracauer hat in den 20er-Jahren etwa 2000 Artikel in der Frankfurter Zeitung veröffentlicht. Die meisten befassen sich mit den verblüffenden Erneuerungen des 20. Jahrhunderts: dem Zeitalter der Massenkultur, der Rationalisierung der Arbeit, des harten Typs der amerikanischen Unterhaltung und den Rummelplätzen. Mit Walter Benjamin und Th. W. Adorno hat Siegfried Kracauer zu dieser Thematik die besten Texte geschrieben. Prof. Miriam Hansen von der Universität Chicago ist auf die Schriften Kracauers spezialisiert. Sie ist außerdem die führende Expertin für die Themen Kulturindustrie und Film in den U.S.A. Sie entwirft ein plastisches Bild der Gedanken Siegfried Kracauers und der Attraktivität, die die Moderne auf diesen Anhänger der Kritischen Theorie, die eigentlich eine konservative Genossenschaft ist, ausübt. Der Aufsatz „Organisiertes Glück“ von Siegfried Kracauer bezieht sich auf den Luna-Park 1928 in Berlin.

► „Organisiertes Glück“(News & Stories von 19 09 1994)


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► „Helden zur Auswahl“

Siegfried, der Held Richard Wagners und Fritz Langs, ist in einem Niemandsland großgeworden. Er kennt das tödliche Dreieck nicht, die Familie (oder Eltern, Kinder, Welt), in dem Liebe, Eifersucht, Hass entstehen – nichts davon kennt er, er ist asozial, Frauen gewinnt und verliert er. Othello dagegen, der Held Shakespeares und Giuseppe Verdis, ist das extreme Gegenteil. Er mordet die Frau, die er liebt, weil sie ein Taschentuch verloren hat. Jede andere Kleinigkeit hätte als Grund auch gereicht. Das sind die beiden Helden, zwischen denen Frauen wählen können: Gleichgültigkeit oder Tod. Die Psychoanalytikerin, Hildegard Baumgart, die das Buch über Eifersucht schrieb, begleitet die Filmeinschübe mit ihren Kommentaren.


►“Alexander Osang, Journalist und Roman-Autor“

Alexander Osangs erster Roman heißt NACHRICHTEN und hatte gleich nach der Veröffentlichung großen Erfolg. Alexander Osang gehört zu den jungen DDR-Journalisten, die die Wende mitgestalteten: Öffentlichkeit, berichtet er, war für uns wie ein Rausch. Später wurde er Chefreporter der BERLINER ZEITUNG unter Erich Böhme („Talk im Turm“). Heute ist er SPIEGEL-Reporter in New York. Ehe er zum Journalismus kam, mußte er als „Entstörer“, d.h. als Reparatur-Handwerker sich im Produktionskampf der DDR bewähren. Wie erlebt ein besessener Nachrichtenmann so verschiedene Gesellschaften, die in wenigen Jahren aufeinander folgen: Provinz-DDR, Medien in der Bundesrepublik, Wirklichkeit von New York? Ein Gespräch mit dem Journalisten und Roman-Autor Alexander Osang..


► „Zeiten und Jahre“

JNachrichten aus zwei verschiedenen Jahrzehnten: 1. das Jahr 1963, in dem Kennedy starb; 2. Wahlkampf mit Bundeskanzler 1965; 3. eine Episode auf dem roten Teppich aus dem Jahr 1981, in dem die DDR-Führung und der Bundeskanzler einander in der Vorweihnacht begegnen. Originalton und Musik. ein Nachrichten- und Musikmagazin.