Aus dem Archiv: „Ein Tag, so wunderschön wie heute“


Eine Momentaufnahme des 3. Oktober 1990: des ersten Tages der deutschen Einheit. Auf dem größten Rummelplatz der Welt hat der Gastwirt des Hippodrom sich geweigert, um Null Uhr durch die Blaskapelle das Deutschlandlied spielen zu lassen. Daraufhin entsteht unter den Gästen Aufruhr. Zusätzlich wird bekannt, dass eine Bombendrohung vorliegt. Das Festzelt leert sich. Lebhaftes Polizeiaufgebot. Ein jeder Tag, sagt der Schriftsteller Arno Schmidt, besteht nicht aus einer Nacht und einem Tag, sondern aus 1440 Minuten, von denen jede beschreibenswert ist. „Prime Time/ Spätausgabe“ zeigt 15 Minuten aus dem Tag der deutschen Einheit: „Ein Tag, so wunderschön wie heute“.

► „Ein Tag, so wunderschön wie heute“ (Primetime vom 1991-03-03)


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► Am Anfang war der Knall

Die Geschichte unseres Landes in Ost und West seit 1945 in Form von Sprengungen. Erst detonierten die Bauten Hitlers, dann Altbauten, die der Autostadt weichen müssen, dann Industrieanlagen der klassischen Industrie: 50 Jahre Sprengungen in Deutschland. Die packenden Bildern davon zeigen Julian Rosefeldt und Piero Steinle in ihrer Installation „Detonation Deutschland“. Ein passender Nachtrag zum Tag der Deutschen Einheit.


► „Am Müllplatz der Geschichte“

Zwischen dem Reichstag, den Todesstreifen der ehemaligen Staatsgrenze und den tiefbunkern unter der Reichskanzlei, liegt in Berlin-Mitte ein weithin ungebautes Gelände: ein Müllplatz der Geschichte. An diesem Gelände dürften alle einmal üben: britische Bomberkommandos, Albert Speer, die DDR, Bonner Bauplaner, Friedrich der Große usf. Die Baumaschinen und Bohrgeräte, die das neue Berlin vorbereiten, stoßen immer wieder auf Tunnels, Schächte unvollendeter U-Bahnen, Bunker und Katakomben.


► „Die Unverwüstlichen“

Von 1941 – 1944 wurde die Stadt Leningrad von der deutschen Heeresgruppe Nord eingeschlossen. Die Stadt sollte ausgehungert und verwüstet werden. 1944 wird der deutsche Blockadering durchbrochen und die Stadt, die heute St. Petersburg heißt, befreit. Vor dem Gebäude der Admiralität, das Peter der Große errichten ließ, findet 1994 eine zentrale Massenveranstaltung mit einem bunten Musik- und Feuerwerksprogramm statt. Die Unverwüstlichen feiern. Unser Beitrag zum 8. Mai 1994.