Aus dem Archiv: Wozu braucht man Wolkenkratzer?


 
Weil Chicago abbrannte, wenig später (in der Mitte des 19. Jahrhunderts) der Fahrstuhl erfunden wurde und die Baupreise in Manhattan explodierten, wurde der Wolkenkratzer erfunden. Er war zunächst ein Zweckobjekt für die Profitsteigerung, ist aber heute ein Teil des gesellschaftlichen Selbstbewusstseins. Städte sind stolz auf ihre Skyline.

Die Soziologin Prof. Dr. Marianne Rodenstein hat die Wolkenkratzer untersucht. In welche Richtung wird die Entwicklung nach dem 11.9. weitergehen? Werden Wolkenkratzer irgendwann die „Dinosaurier der Städte“ sein?

► Wozu braucht man Wolkenkratzer? (10vor11 vom 10.03.2003)


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► Sumpfzwiebel Chicago

Der Name Chicago stammt von den Indianern, die bis 1810 an den Weißen errichtete Fort, das von einigen Hütten umgeben war, weil es auf Sumpf gebaut wurde: Chicago = Stinkzwiebel, Sumpfzwiebel. Seither entwickelte sich Chicago, sagt der Stadtforscher Perry Duis, zu einer sich am schnellsten verändernden Mega-Städte der Welt. Nichts bleibt so, wie es stürmisch entstand: Der Stadtteil Pilsen, von Tschechen begründet, ist jetzt Hauptsitz der Mexikaner. Die Schlachthöfe, direkt an den Bahngleisen, einst wirtschaftliches Zentrum der Stadt und Thema von Bert Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“, sind verschwunden. Von dem Versandhaus Sears, Roebuck & Co. Allerdings zeugt noch heute der Name des höchsten Hochhauses der Welt: Sears-Tower, 443 m.

Die Sumpfstadt ist im Zentrum in mehreren Etagen untertunnelt. Der römische Dichter Ovid, sagt Perry Duis, würde heutzutage seine „Metamorphosen“ nicht über Götter, sondern über die Stadt Chicago schreiben.


► Vision urbaner Welten

Er baut den höchsten Wolkenkratzer Europas, den FEDERATION TOWER in Moskau (Höhe 411 Meter). Er entwarf in Berlin den neuen Hotelkomplex DomAquarée, in dem die Hotelbesucher durch eine Unterwasserwelt im Aufzug in die Höhe fahren. Seine kühnen Zeichnungen und Entwürfe urbaner Landschaften, darunter Ruinen-, Unterwasser- und Himmels-Architekturen, sind berühmt.
Der Architekt Dipl.-Ing. Sergei Tchoban, geboren in St. Petersburg, berichtet von seiner Arbeit.


► New York, die multikulturelle Megastadt

Die Steinwüste von Manhattan und New York ist einzigartig in der Welt. Als Mega-Stadt entspricht sie einem vergangenen Bild des Städtebaus, das aus dem 19. Jahrhundert in das 20. Jahrhundert hinüberragt. Als multikulturelle Lebensform, die praktisch fast alle Auswanderervölker der Welt in einem Stadtbild vereinigt, zeigt New York ein Bild unserer Zukunft.

Ein Musikmagazin mit starkem Bildanteil und einem kurzen Kommentar von Susan Sontag (New York Times).


► Rette sich, wer kann

Terrorismus und Wolkenkratzer stellen den Feuerwehrexperten heutzutage vor radikale Probleme. Welche Chancen gibt es, künftige Katastrophen schon bei Neubauten zu berücksichtigen? Aus welchen Wolkenkratzern, die gebaut werden, können Menschen im Ernstfall noch gerettet werden? Die höchsten Bauten werden heute in Asien geplant. Peter Berling als Feuerwehrexperte Dipl.-Ing. Alfons Pförtl.


► Wie heilt man öffentliche Wunden?

Die Union Square Awards sind mit Förderungsmitteln verbundene Auszeichnungen für sog. „grass root activities“, d.h. junge und gemeinnützige Unternehmungen, die „die Graswurzel der Stadt“ fördern. Es geht um soziale Aktivitäten, öffentliche Küchen, Kinderheime für die Kinder von Frauen, die im Gefängnis einsitzen, multi-ethnische Initiativen u.a. – eine Stadt heilt ihre Wunden durch gemeinnützige Initiativen.