VOLKSBÜHNE Fullscreen: Im Auge der Libelle, Alexander Kluge

In dieser Spielzeit und darüber hinaus werden Alexander Kluge und die Entwicklungsgesellschaft für TV-Programm (dctp.tv) jeden Freitag über einen Filmbeitrag für Volksbühne Fullscreen beisteuern. Jede neue Folge ist von Freitag 12:30 bis Sonntag 12:30 verfügbar (48 Stunden).
Im Auge der Libelle steht für eine neue Konstellation in Kluges Bewegtbildwelt, ein lebendes Archiv, das eine Brücke zwischen den verschiedenen Facetten von neuen und vergangenen Produktionen der Volksbühne schlägt. Kluge richtet dabei ein Auge auf unsere kulturelle Identität und die anderen auf unsere Zukunft.

Autor und Filmemacher Alexander Kluge ist eine der führenden intellektuellen Stimmen in Deutschland. Film, Literatur, Sozialtheorie, Filmtheorie, Fernsehprogramme und politischer Aktivismus an verschiedenen kulturellen Fronten stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit.

► VOLKSBÜHNE Fullscreen: Im Auge der Libelle

 

Sehen Sie dazu auch auf dctp.tv:

► Super-Beethoven

Ludwig van Beethoven gilt als bedeutender deutsch-österreichischer Komponist. Manchmal wünscht man sich, es gäbe mehr solche Genies. Jeder Beethoven, den es zusätzlich gibt, vermehrt den Wert Europas. Eine der Kompositionen Beethovens betrifft das Pochen des Schicksals an der Tür.

Helge Schneider als Beethoven.

 
 


► Von Sandfischen und künstlichen Libellen

Die Natur und die Evolution übertreffen jeden Ingenieur an Erfindungsreichtum. Die Wissenschaft von der Bionik konzentriert sich auf die Untersuchung von Tieren und Pflanzen, mit dem Interesse technische Neuerungen für die moderne Industrie an ihnen abzulesen. Am Beispiel des Wüstenfischs und von künstlichen Libellen, die er konstruierte, entwickelt der Bioniker Prof. Dr.-Ing. Ingo Rechenberg Zukunftsperspektiven der Technik. Der Sandfisch ist seit etwa 9.000 Jahren an das Leben in der Sahara angepasst. An sich handelt es sich um eine Eidechse. Sie kann aber in den Tiefen des Sandes “wie ein Fisch” jagen. Die Evolution hat die Haut dieses Tieres riebfester gemacht als der beste Stahl.

Prof. Rechenberg über diese und viele andere interessante Erfindungen der Natur, die für moderne Technologien neue Wege weisen.


► Der Angriff der Zukunft auf die Gegenwart

Die große Finanzkrise wird vielfach mit dem Crash von 1929 verglichen. Näher liegt der Vergleich z. B. des Zusammenbruchs der Bank Bear Stearns oder Lehman Brothers mit der Havarie der Kernkraftwerke Tschernobyl oder Harrisburg. In diesem Zusammenhang ist zu unterscheiden zwischen Risiken, die durch Wahrscheinlichkeitsrechnung und die Mathematik des Grenzwertsatzes näher bestimmt werden können und purem NICHTWISSEN, das mit keinerlei mathematischen Formeln oder geschäftlichen Tricks ausgeglichen werden kann. Die tiefere Ursache der Finanzkrise, sagt der Soziologe Dr. Arnoldi, liegt im System der Ausgrenzung des sog. “framing”. In überkomplexen Technologien müssen Teile der Realität unbeachtet bleiben, damit überhaupt gehandelt werden kann. Was aber dabei ausgegrenzt wird, unterliegt bisher keiner hinreichenden Aufmerksamkeit. Die Forschungen von Niklas Luhmann (Kritische Systemtheorie) und Ulrich Beck (Risikotheorie) sind hier grundlegend.

Der Soziologe Jakob Arnoldi, Vize-Dekan für Forschung an der Aarhus University in Dänemark, berichtet.