Neu auf dctp.tv: Freund und Helfer – Aus dem Innenleben der Polizei


 
Durch den Tod George Floyds und rechtsradikale Verdachtsfälle in den eigenen Reihen ist die Polizeiarbeit im Jahre 2020 in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. In einer zugespitzten Debatte wurden Fragen nach den Grenzen des staatlichen Gewaltmonopols, nach Machtmissbrauch und Machtlosigkeit der exekutiven Kräfte gestellt. Aus diesem Anlass werfen wir noch einmal einen Blick auf Filme aus dem Archiv der dctp zum Thema Polizei und Polizeiarbeit.

Es geht um das Innenleben der Polizei: Polizeibeamte treffen bei ihren Einsätzen auf unsortierte Wirklichkeit. Keine festen Regeln, keine Vorbereitung, keine Akten helfen ihnen. Keine Situation ist genau wie die andere. Die Praxis der polizeilichen Fahndungs- und Aufklärungsarbeit ist das Gegenteil dessen, was man in TV-Serien oder Kriminalromanen dargestellt findet. Der Verdacht entsteht da, wo etwas vom „gewohnten oder natürlichem Bild“ abweicht. Die moderne Kriminalistik arbeitet mit den Mitteln der Phonetik, der Psychologie, der DNS-Analyse, der Gesichtsrekonstruktion. Sie geht mit Hubschraubereinsatz und Infrarot-Suchgeräten auf Leichensuche im Gelände.

Es geht um den äußeren Blick auf die Polizei: Das Gewaltmonopol in modernen Gesellschaften liegt beim Staat; es verlangt nach Rationalität und Abrechnung. Was passiert, wenn das Verbrechen sich in der Polizei selbst einnistet? Wie prüft man im Polizeieinsatz die Verhältnismäßigkeit der Mittel? Wie muss die Polizei auf Flächenbrände wie in den Pariser Vororten reagieren? Wie sollte die Polizei mit internen Skandalen umgehen? Wo endet die Macht der Polizei? Wo ist sie vielleicht sogar ohnmächtig?

Filme über den alltäglichen Polizeieinsatz sowie ungewöhnliche, außergewöhnliche Situationen: Personenkontrollen und Kommunikationswege zwischen einzelnen Institutionen spielen ebenso eine Rolle wie geraubte Schusswaffen, ignorierte Großverbrechen, sexuelle Übergriffe, sowie kleine und große Verschwörungen. Wir begegnen einfachen Beamten, Polizeisportlern, Sprengmeistern, Bergrettern und ehemaligen Volkspolizisten. Facts and Fakes, Dokumentarisches aber auch Gespieltes: Peter Berling als Polizeisportbeauftragter und Sexperte. Wirklichkeit und Fiktion liegen hier immer dicht beieinander.

Die Polizei, dein Freund und Helfer? 18 Filme, ein Zusammenhang

► Freund und Helfer (Themenschleife mit 18 Filme)

 

► In der Hölle kann es nicht schlimmer sein

Die Eiger-Nordwand wurde durch den tragischen Unfall von 1936 berühmt, als vor den Augen der Weltöffentlichkeit vier Bergsteiger tödlich verunglückten, nachdem sie die Erstbesteigung dieser schwierigsten Felsmauer versucht hatten. Auch heute zieht die Bergwand als extreme Herausforderung die Bergsteiger an.

Kurt Schwendener, ehemaliger Rettungs und Polizeichef von Grindelwald berichtet darüber, mit welchen modernen Methoden die Bergrettung der Situation Herr wird.


► Wie ensteht Verdacht im polizeilichen Alltag?

Die Praxis der polizeilichen Fahndungs- und Aufklärungsarbeit ist das Gegenteil dessen, was man in TV-Serien oder Kriminalromanen dargestellt findet. Das logische Schlussfolgern spielt eine geringere Rolle, als die intuitive Wahrnehmung. Milieus und Reviere werden von Polizisten nach Auffälligkeiten geprüft. Der Verdacht entsteht da, wo etwas vom „gewohnten oder natürlichem Bild“ abweicht.

Prof. Dr. Joachim Kersten über: Wie entsteht Verdacht im polizeilichen Alltag?


► Professionelle Gewalt (Police Accountability)

Auf internationalen Fachtagungen der Polizei tritt neuerdings ein Thema in den Vordergrund: „police accountability“ – wörtlich: Buchführung der Polizeiarbeit. Das Gewaltmonopol in modernen Gesellschaften liegt beim Staat; es verlangt nach Rationalität und Abrechnung.

Was passiert, wenn das Verbrechen sich in der Polizei selbst einnistet? Wie prüft man im Polizeieinsatz die Verhältnismäßigkeit der Mittel? „Police ethics“ ist der amerikanische Ausdruck für professionelle Polizeiarbeit. „Police culture“ bedeutet nicht Polizeikultur, sondern Corpsgeist, die Abschirmung der Polizei gegen Kritik. Ein Einblick in das Babylon der modernen Polizei-Diskussion mit vielen praktischen Beispielen.

Prof. Dr. Joachim Kersten über das staatliche Gewaltmonopol und seine moderne Praxis. Es geht um Polizei, Rationalität, Abrechnung.


► Angst in Deutschland

New York meldet ein „Kriminalitätswunder“. Mit neuartigen Methoden konnte die Polizei unter ihrem inzwischen entlassenen Chef Bratton die Kriminalität eindämmen, bzw. ins Umland umverteilen. Deutsche Politiker versuchen dieses New Yorker Rezept polizeilicher Repression auf Städte der Bundesrepublik zu übertragen.

Was halten Menschen in Deutschland in erster Linie für bedrohlich? Untersuchungen haben ergeben, dass die Kriminalitätsangst erst an 12. Stelle genannt wird. Wovor ängstigen sich die Deutschen? Kriminalforscher Prof. Dr. Joachim Kersten über die Angst-Skala.


► Personenkontrolle!

Nase, Ohr, Augen, Gesamteindruck, Ausweispapiere und Fingerabdruck, das sind die klassischen Merkmale, an denen die Polizei die Identität einer Person überprüft. Heute kommen untrügliche biometrische Kennzeichen hinzu. Wie bleibt man bei einer Personenkontrolle unauffällig? Wie fällt man besonders auf?

Der Kriminologe Prof. Dr. Joachim Kersten über praktische Fragen der Personenkontrolle.