Februar 1816: Geburtsstunde des DADA

Bazon Brock über Dada und die Folgen.

Was heißt Dada? Aus dem Schock der Materialschlachten des Ersten Weltkriegs entstand in Zürich, Berlin und Hannover eine radikale, respektlose und die traditionelle Kunst umstürzende Bewegung, die sich DADA nannte. Mit seinem Buch LUSTMARSCH DURCH THEORIEGELÄNDE hat der Kulturkritiker, Inszenator und Künstler Bazon Brock diese Bewegung wieder in den Vordergrund gerückt. Im Kern, sagt Bazon Brock, geht es bei dieser Bewegung um den WIDERRUF DES MISSGLÜCKTEN 20. JAHRHUNDERTS. Für Dada sind Zukunft und Gegenwart schwarz. Mitten in dieses Verhängnis greift Dada mit der Waffe des Witzes.

Begegnung mit Bazon Brock und Dada.

► Der Griff ins Schwarze

Sehen Sie dazu auch auf dctp.tv:

► 100 Jahre DADA (11 Filme)

Was heißt Dada? Aus dem Schock der Materialschlachten des Ersten Weltkriegs entstand in Zürich, Berlin und Hannover eine radikale, respektlose und die traditionelle Kunst umstürzende Bewegung, die sich DADA nannte.

 
 
 
 
 


► Im Urwald, wo die wilden Wörter wohnen

Ann Cotten, geboren in Iowa/USA, lebt in Wien und Berlin. Der Vers: „Im Urwald, wo die wilden Wörter wohnen, befand ich mich als ich das Einhorn ritt“, stammt aus ihrem ersten Gedichtband „Fremdwörterbuchsonnette“, ein Werk, mit dem sie sich als Lyrikerin bereits an die Spitze setzte. Sie erhielt den Hugo-Ball-Preis (genannt nach dem berühmten Dadaisten), den Klopstock-Preis und viele andere Auszeichnungen.

Wie geht eine moderne Lyrikerin mit dem Netz um? Woran erkennen sich Lyriker untereinander? Wie viele Dichter braucht eine Gesellschaft? Lyrische Dichtung, wie sie auch das Werk von Elfriede Mayröcker enthält, gibt heute der Sprache die größte Freiheit, fern vom Sinnzwang, den die Medien oder die Dramatik des Sprechtheaters ausüben. Die heutige Öffentlichkeit, die gegenüber der klassischen Öffentlichkeit starke Verfallserscheinungen aufweist und doch zu schwach ist, eine selbstbewusste neue Öffentlichkeit des 21. Jahrhunderts oder gar Gegenöffentlichkeiten zu gründen, braucht die Ausdrucksstärke, die in der Sprache steckt, wenn man die rebellischen Wörter loslässt. Umgekehrt: „Sinnzwang stört die Melodie der Sprache und damit auch deren praktischen Sinn.“

Begegnung mit der Lyrikerin Ann Cotten.


► Das Tafelsilber der Gedanken putzen!

Paolo Fabbri, der Gefährte von Umberto Eco, gehört zu den SEMIOLOGEN. Er interessiert sich für die Unterschiede zwischen den Zeichen und den Realitäten. Seine Mühe gilt dem, was früher die Philologen (z. B. Nietzsche) taten: Die Worte und die Ausdrucksmittel von Täuschung rein zu halten. Begegnung mit dem italienischen Philosophen Paolo Fabbri.

 
 


► Apokalypse des Abraham

Die Apokalypse des Abraham ist eine einzigartige, apokryphe (nicht in den offiziellen Heiligen Schriften enthaltene) Quelle in aramäischer Sprache. Sie ist heute nur erhalten in kirchenslawischen Abschriften. Sie zeigt den Stammvater Abraham als Initiator der „Aufklärung“. Täglich fährt er die Götzen seines Vaters zu einem Teich, um ihnen „den Mund auszuwaschen“. Die Götzen fallen ihm von Fahrzeug und zerbrechen. Wie ein Experimentator beobachtet der Stammvater die Szene. Wie sollen Götter, die sich nicht selbst reparieren können, uns das Heil bringen? So gelangt Abraham in dieser APOKALYPSE in mehreren Schritten zur Vorstellung vom „unsichtbaren Gott“.

Der Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Joseph Vogl, bekannt durch sein Buch DAS GESPENST DES KAPITALS, kommentiert dieses eindrucksvolle theologische Dokument, von dem man sich wünschen würde, dass Luther es gelesen hätte.


► Velimir Chlebnikov

“Ein Mann, der mit 37 Jahren stirbt, ist zu jedem Zeitpunkt seines Lebens ein Mann, der mit 37 Jahren stirbt”. Anselm Kiefer über einen Anführer der Dadaisten.