Neu im Catch-up Service: Die Wurzeln von Musik und Emotion


Afrika und Kanada, wenn sie die Musik des jeweils Anderen hören?
Einer Gruppe von Pygmäen im Kongo und einer Gruppe von Kanadiern wurde jeweils eigene Musik und Musik der anderen Seite vorgeführt. Es gibt, sagen die Ethnologen und Musikwissenschaftler an der TU Berlin, welche die Untersuchung durchführten, verblüffend starke Gemeinsamkeiten in der Reaktion über Kontinente und Verschiedenheit der Kulturen hinweg. Erst auf diese gemeinsamen emotionalen Wurzeln setzen sich die Besonderheiten bei der Rezeption der Musik.
Allerdings fühlen sich die Jäger im Kongo, für die die Musik böse Geister vertreibt und glückbringende herbeiholt, durch melancholische Westmusik nicht angezogen. Sie nutzen Musik nicht zur Trauer. Denn nur fröhliche Musik vertreibt böse Geister.
Der Musikwissenschaftler, Dr. Hauke Egermann, Mitglied der Forschungsgruppe an der TU Berlin, berichtet.
► Die Wurzeln von Musik und Emotion (10vor11, Sendung vom 10.10.2016)


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► Auf den Spuren unserer Vorfahren
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Der Archäologe Prof. Dr. Nicholas Conard, der gemeinsam mit Jürgen Wertheimer das Buch „Die Venus aus dem Eis“ verfasste, berichtet von seinen Grabungen und Forschungen.


► Musik ist meine Republik
button-musik-ist-meine-republikSind das Ohr, die Sprache und die Musik Ur-Organe des Menschen? Wie verhalten sie sich zum Auge? Wie würde man einem Außerirdischen erklären, was eine Oper ist? Was weiß man über den Ursprung der Oper?
Begegnung mit Nikolaus Harnoncourt.


► Trauermusik für unstillbares Leid
trauermusikFranz Liszt schrieb 1836 ein Klavierstück in Erinnerung an die Weber-Aufstände in der Stadt Lyon. Im Zweiten Weltkrieg war Lyon die Hauptstadt der Résistance. Stefan Litwin hat 1999 zu dem Stück von Franz Liszt das NACHSPIEL: LYON 1943 geschrieben. Der heroische Ton Franz Liszts (C-dur) schlägt bei Litwin um in eine Trauermusik, geschrieben in Erinnerung nicht nur an die Résistance und die Morde des SS-Funktionärs Barbie in Lyon, sondern auch an die Shoah.


► Musik entsteht aus dem Lauschen des Jägers
button-musik-entsteht-aus-dem-lauschen-des-jagersEs geht um Musik aus der Ferne, „unsichtbare Musik“ (weil man die Musiker nicht sieht) und um Beschleunigung in der Musik. Zwischen Gottes Wort in der Antike, von unsichtbarer Musik begleitet und dem Radio in der Moderne liegt die ganze Bandbreite der Kulturgeschichte von Ohr und Auge. Diese beiden Sinne gelangen zu ihrer Höchstform, sobald man sie zu trennen versucht. Dann streben sie nämlich zueinander.
Dr. Martin Kaltenecker, Wissenschaftskolleg zu Berlin, über „unsichtbare Musik“.


►Erst die Musik, dann die Worte
erst-musikLungenfische und Löwen, Nachtigallen und Wale äußern sich durch Laute und sie „singen“. Aber nur Menschen haben eine grammatische Sprache entwickelt. Entstanden die Wörter dieser Sprache einzeln? Oder gab es zuerst die „Sprache minus Bedeutung“, d.h. die Musik?
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