Heute Abend im TV: Legendäre Fälle von Seenot (19.12.2016, 0:30 Uhr bei 10vor11 auf RTL)

Prof. Dr. Ulrike Sprenger: Vom Papyrus Leningrad bis Lampedusa

Das älteste Epos, das sich mit Schiffbruch beschäftigt, stammt aus dem Ägypten der Mittleren Pharaonenzeit.  Weil es in Leningrad aufbewahrt wird, heißt es „Papyrus Leningrad“. Es geht um einen Schiffsführer, der von einer erfolglosen Fahrt zurückkehrt, fürchtet, dass der Pharao ihn umbringen wird und sich durch Erzählungen von abenteuerlichen Schiffsuntergängen trösten lässt. Die Stimmung ist skeptisch: „Wer gibt schon am Morgen einem Vogel zu trinken, den am Abend der Tod erwartet.“ Nichts ist sicher auf See.

Legendäre Fälle von Seenot finden sich gehäuft bei Auswandererschiffen und bei Schiffen, die feindliche Parteien transportieren und überfüllt sind. Die das Gefühl verstörenden Beispiele von Ertrinkenden vor Lampedusa sind noch nicht zu Ende erzählt.

Die Romanistin Ulrike Sprenger, Universität Konstanz, über legendäre Fälle von Seenot.

 

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► Des Kaisers Flotte

kaiserDie kaiserliche Flotte war derjenigen Venedigs und derjenigen Genuas ebenbürtig. Auf den Schiffen konnten auch Pferde in Halterungen transportiert werden, die sie gegen die Schaukelei sicherten. Die Tendenz des Kaisers, sich am Mittelmeer zu orientieren, zeigt sich in dieser Flotte.