Neu im Catch-up Service: LUCIA DI LAMMERMOOR

Oper in 3 Akten von Gaetono Donizetti

Für den legendären Generalmusikdirektor Kirill Petrenko an der Bayrischen Staatsoper München war Donizettis Werk die erste Belcanto-Oper, die er dirigierte. Die Inszenierung lag bei Barbara Wysocka, einer jungen Regisseurin aus Warschau, die für die Modernität ihrer Regie bekannt ist.

Die Handlung der Oper: Eine schottische Familie hat eine ältere Adelsfamilie im Bürgerkrieg enteignet. Lucia, die Tochter aus dem neuen Herrscherclan, liebt den verbannten Erben der beraubten Familie. Ihr Bruder will den Schutz der Familie verstärken indem er die Schwester einem mächtigen Feudalherren zur Braut gibt. Ein altes Thema: „Der Bruder verkauft seine Schwester“. Als die Intrige gelingt, durch Irrtum und Druck der Familie, und Lucia mit dem Potentaten verheiratet ist, ersticht sie diesen im Hochzeitsbett. Der Tat folgt die berühmte „Wahnsinnsarie“. Bei Verlust des Verstandes setzten sich Treue und der wahre Wille Lucias durch.

Die Sopranistin Diana Damrau gestaltet diese Rolle emotional erschütternd und unvergesslich. Die Regisseurin, die auch das Bühnenbild bestimmte, hat die Handlung im Ballsaal eines derangierten Grand Hotels in Detroit nach der Autokrise verlegt. Kostüme und Haltung der Sänger entsprechen nicht dem schottischen Mittelalter von Walter Scotts Originalroman, sondern zeigen Menschen, die aus der Kennedy-Familie und aus der Zeit Marylin Monroes und James Deans zu kommen scheinen. Das gibt der Aufführung an der Bayrischen Staatsoper enorme emotionale Schubkraft.

► LUCIA DI LAMMERMOOR (News & Stories, Sendung vom 17.06.2015)


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► Treue bis in den Tod

holländerRichard Wagners dramatische Ballade “Der fliegende Holländer” in der Urfassung von 1841 an der Staatsoper Stuttgart. Diese radikalere Version des Stückes (gespielt in einem Akt) wurde 20 Jahre vor der von Wagner überarbeiteten Endfassung, die in Bayreuth gespielt wurde, in Paris uraufgeführt.

Inszenierung: Calixto Bieito. Musikalische Leitung: Enrique Mazzola. Dramaturgie: Xavier Zuber. Eine aufregende Aufführung.


► Phänomen der Oper – Ein imaginärer Opernführer

opernfuehrer-phaenomenMenschen, die nicht die Geduld oder die Gelegenheit haben, sämtliche 86.000 Opern, die es in der Welt gibt, anzuhören, brauchen einen Opernführer. Imaginär ist der Opernführer dann, wenn die volle Kraft des Schmerzes und des extremen Ausdrucks, die zur Utopie der Oper gehören, mit aufnimmt. Deutsch mit französischen Untertiteln.