Neu auf DVD: Bilderwelten vom Großen Krieg 1914–1918

07.03Bilderwelten

Aus der Schweiz / Von den Fronten / Aus dem Herzen (DVD)

Mit der DVD-Edition »Bilderwelten vom Großen Krieg 1914-1918« setzen NZZTV und dctp.tv ihre bewährte Zusammenarbeit fort. Mit der früheren DVD-Edition »Der Erste Weltkrieg. Kunst und Krieg. Die Abwesenheit von Kriegskunst« – einem zehnstündigen Programm – waren wir im Jahr 2010 sozusagen Pioniere. Damals interessierte sich die Öffentlichkeit noch wenig für jenen Krieg. Mit der neuen Edition, die keine Wiederholungen aus der ersten DVD-Edition enthält, bewegen wir uns auf dem Höhepunkt einer Aufmerksamkeitswelle. Dabei konzentrieren wir uns auf Bilderwelten – gleich ob die Bilder in Worten, Situationen, auf Postkarten oder im Bewegtbild festgehalten sind.

Mit den Publikationen von Christopher Clark (»Die Schlafwandler«), Gerd Krumeich (»Juli 1914 – Eine Bilanz«) und Herfried Münkler (»Der Große Krieg«) hat die öffentliche Debatte zum Ersten Weltkrieg 1914-1918 neue Akzente erhalten. Brisanter aber noch für die öffentliche Aufmerksamkeit sind die politischen Tagesrealitäten des Jahres 2014. Wer hätte noch vor Jahresfrist geglaubt, dass es um die Stellung der Ukraine zwischen den Mächten Russland, EU und den USA zu einem vehementen Konflikt kommt? Wenn auch die Besonderheiten, die Ursachen und der vermutliche Ausgang der Krise deutlich anders sind als 1914, ist doch die gleiche Überforderung der politischen Systeme aller Beteiligten zu beobachten. Überall eilt die Globalisierung in rasanten Schritten voran, die Staatskunst stolpert über einen lokalen Konflikt. Eine von diesem Konflikt betroffene Region ist Galizien mit der Stadt Lemberg (heute West-Ukraine), die bereits im Herbst 1914 Austragungsort einer Entscheidungsschlacht war. Als ob verborgene Krisen sich über 100 Jahre hinweg nur in andere Gestalten mutiert hätten und nunmehr neue Kontroversen produzieren. Wahrnehmbar erneut die Mischung aus Phrasen und Wirklichkeiten, authentischen und falschen Bildern wie vor 100 Jahren!

Will man im 20. Jahrhundert Epochen der Zeitgeschichte verstehen, sollte man sich an die »Bilderwelten« halten. Sie lügen anders und sagen anders die Wahrheit als das Gedruckte. Dieses Programm von etwa 180 Minuten wird als DVD vorgelegt, kann aber einem motivierten Publikum auch als Film in Museen, Theatern und Programmkinos vorgeführt werden. Es ist geeignet als Stimulator der Erinnerung für interessierte Menschen, von denen keiner physisch jene Zeit selbst erlebt haben kann, die doch ein so wichtiges »Laboratorium bitterer Erfahrung« auch für uns bleibt.

(Heinz Bütler / Alexander Kluge)


bilderwelten_gr „Bilderwelten vom Großen Krieg 1914 – 1918”
Will man die Zeitgeschichte verstehen, sollte man sich an die Bilderwelten halten. Sie lügen anders und sagen anders die Wahrheit als das Gedruckte.

Extras:
Begleitheft zur DVD mit Texten von Valentin Groebner, Alexander Kluge und Peter Pfrunder + fünf Postkarten-Nachdrucke von der “Schweizer Grenzbesetzung”

DVD,
PAL, 16:9, Dolby Digital 2.0,
180 Min.,
Deutsch

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“Alexander Kluge ist mit Filmen berühmt geworden, die Fakten und Fantasie, strenge Wissenschaft und größte Subjektivität miteinander mischen. Nun präsentiert er einen großen Essayfilm über den Ersten Weltkrieg in Berlin.”

–> Christian Schröder im Tagesspiegel


Sehen Sie dazu auf dctp.tv

der-erste-weltkrieg

Der Weltkrieg von 1914 bis 1918 enthält, wie ein Laboratorium, die Erfahrung darüber, wie ein ganzes Jahrhundert durch einen Zivilisationsbruch entgleist. Wer sagt uns, dass das 21. Jahrhundert nicht ebenfalls entgleisen kann? Eventuell aus anderen Gründen als 1914?

► Der Erste Weltkrieg auf dctp.tv (32 Filme)

–> Der Erste Weltkrieg (Magazinbeitrag)