Michael Ballhaus: Mit Licht kann ich zaubern

Der Kameramann über sein künstlerisches Metier

Angesichts der im April veröffentlichten Autobiographie des Kameramanns Michael Ballhaus haben wir ein früheres Gespräch zwischen ihm und Alexander Kluge wieder online gestellt. Im Rahmen der Produktion der Minutenfilme für dctp sprachen die beiden über Filme, die Kunst der richtigen Bildwahl und darüber, was die Arbeit des Kameramanns ausmacht:

Für ein Drittel des Zeitraums, der die Filmgeschichte umfasst (es gibt Kino seit 1895), hat Michael Ballhaus für den Film gearbeitet. Vor seiner Kamera standen Stars wie Leonardo DiCaprio, Robert De Niro und Jack Nicholson; er drehte mit Regisseuren wie R.W. Fassbinder, John Redford, Frank Coppola und Martin Scorsese. Er ist der berühmteste Kameramann Deutschlands. Nach einem besonders harten Drehtag berichtet er von seinen Erfahrungen. Was ändert sich für den Film in der digitalen Welt? Welche Besonderheiten des klassischen Films behalten ihr Potenzial in dieser neuen Umgebung?


Sehen Sie faszinierende Beispiele der Ballhaus’schen Kamerakunst in der Themenschleife:

► Festival von Venedig (8 Minutenfilme)

festival-venedigIn den ersten Jahren der Filmgeschichte existierte das Genre der Minutenfilme. Heute gibt es sie auf YouTube. Die Filmgeschichte kommt aus der Zukunft wieder auf uns zu. Dem kleinen Format auf dem Laptop widmen wir Minutenfilme im 65-mm-Format auf den Filmfestspielen Venedig.

Idee von Franz Kraus (ARRI Film- und TV-Service München)

65-mm-Format ist die höchste Auflösung des chemiebasierten Films und entspricht 32 k. 8-mal so scharf wie die höchste digitale Technik von Sony.

Regie: Alexander Kluge.


Literaturempfehlung:
Michael Ballhaus – Bilder im Kopf: Die Geschichte meines Lebens

ballhaus-buchMichael Ballhaus ist einer der bedeutendsten Bildregisseure und Kameramänner der Welt. In Bilder im Kopf erzählt Ballhaus erstmals die Geschichte seines Lebens. Von der Flucht vor den Bombenangriffen auf Berlin, von seiner Kindheit auf Schloss Wetzhausen, wo seine Eltern, beide Schauspieler, das »Fränkische Theater« leiteten, eine Künstlerkommune, die eine ganze Dynastie an kreativen Menschen hervorbrachte. Als er als junger Mann dem Regisseur Max Ophüls bei seinem Film »Lola Montez« assistieren darf, beschließt Ballhaus Kameramann zu werden. Der Beginn einer großen Karriere, die ihn in engen Kontakt zu den ganz Großen des Filmgeschäfts bringen sollte.

Michael Ballhaus war stets darauf bedacht, seine Unabhängigkeit zu erhalten. Er hat Distanz bewahrt, wie es ein Kameramann tut, und sich dadurch die Möglichkeit geschaffen, sehr genau hinzusehen. Was er gesehen hat, erzählt er hier. Ein aufmerksamer Beobachter, der in diesem Buch die Kamera aber auch wendet, um sie auf sich selbst zu richten.

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