Thema: EUROPA – Das unbeschriebene Blatt

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Was heißt: ich bin ein Europäer? Wie weit soll sich die EU ausdehnen? Was ist ein europäischer Patriotismus? Wie könnte man als Dichter Europa positiv besingen? Was ist die genaue Topografie Europas und seiner Probleme? Gibt es einen Weg zu einem „Europa der Regionen“? Was heißt nach-nationale Demokratie? Wie romantauglich sind EU-Beamte? Worin liegt die besondere Chance der europäischen Struktur? Wo werden wir Europäer im 21. Jahrhundert sein? Wird das Abendland irgendwann untergehen?
In den Filmen dieser Themenschleife geht es um die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft Europas. Um die Identität des Kontinents und der europäischen Wertegemeinschaft, die Gärten des Rechts auf denen die Europäische Union fußt, die Frage nach dem Umfang Europas und seiner Grenzen. Es geht um die komplizierte Nachbarschaft zwischen Deutschland und Frankreich, den von Spengler prognostizierten Untergang des Abendlandes und die Ode an die Freude von Beethoven, die zur offiziellen Europahymne geworden ist. Es geht um die heimliche Hauptstadt Europas, Paris, die heimliche Hauptstaatsfrau, Angela Merkel, das Verhältnis zu den Nachbarn und Freunden jenseits des Atlantik. Vor allem aber geht es um das sanfte Monster Brüssel, das europäische Panorama und das Bild, das wir von Europa haben.

► Europa, das unbeschriebene Blatt (19 Filme)


► Was heißt „Ich bin ein Europäer“?
europaeerDie Schweiz ist nicht Mitglied der EU, aber europäisch. Zypern ist Mitglied der EU, aber gehört zum Nahen Osten. Was ist ein europäischer Patriotismus?
Prof. Dr. Joseph Vogl, Literaturwissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin, geht aus von der Frage: was heißt SOUVERÄN? Der Begriff, der die Entwicklung der Territorialstaaten seit dem Westfälischen Frieden von 1648 begleitete, bedeutet: Menschen können über ihr Schicksal selber entscheiden. Diese politische Atemluft muss an der Basis und an der Spitze eines Gemeinwesens reichhaltig vorhanden sein.
Das jüngste Buch von Joseph Vogl über das „Gespenst des Kapitals“ wurde zum aktuellen Thema. Die Frage, wie verhalten sich europäische Problemketten, wie verhält sich der Markt zur demokratischen Souveränität des jeweiligen Landes, stellt die Analyse Joseph Vogls in ein wirkungsvolles Licht.


► Die Gärten des Rechts
gaerten-rechtsGutes Recht gehört zur Zivilisation. Das europäische Recht von heute blickt auf eine Überlieferung von mehr als 2.000 Jahren, d.h. bis auf die Antike zurück. Große Rechtsschulen haben dieses Recht entworfen, kommentiert und erneuert. Der Europäischen Union verdankt die neuste Rechtsentwicklung ihre rasante Dynamik.
Prof. Dr. Dr. Stefan Grundmann, Mitbegründer der European Law School und Inhaber des Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsches-, Europäisches- und Internationales Privat- und Wirtschaftsrecht an der Humboldt-Universität Berlin, berichtet.


► Europa für alle – Wer wird noch alles beitreten?
europa-fuer-alleEuropa im Sinne der EU, das sind 80.000 Richtlinien. Wer sie erfüllt, kann grundsätzlich den Antrag auf Beitritt stellen. Wäre z.B. Neuseeland „europäisch“ genug, um einen solchen Antrag zu stellen? Sind Bewohner des Pamir als Kandidaten geeignet, die ihre Traditionen (und Pferde) auf Alexander den Großen zurückführen? Ist ein EU-Beitritt ein Beitritt zum Abendland? EU-Beitrittsexperte Nigel Vandamme berichtet.
Peter Berling als Nigel Vandamme.


► Wie viele Länder braucht Europa?
laender-europaWelchen Sinn hat die Erweiterung der EU? Leben wir bereits auf einem Globus der zwei Geschwindigkeiten? Das Modell einer cäsarischen Herrschaft, das auf die Überforderung Roms antwortete, wird in der mehrdimensionalen, modernen Welt nicht funktionieren. Was heißt „entterretorialisierte Gewalt“? Welche europäische Verfassung antwortet darauf?
Peter Glotz, Politiker und Publizist, Vertreter der Bundesregierung im Europäischen Verfassungskonvent, berichtet.


► Europa und die dreizehnte Fee
feeDer Heiratsvermittler und Scheidungsberater van Damme ist auch EU-Berater in Brüssel. Wie weit soll sich die EU ausdehnen? Nigel van Damme antwortet: So weit die Heiraten und die Scheidungen reichen. Trotz klarer Antwort bleibt es immer noch die Frage, ob die EU um die Türkei, Georgien und die Ukraine (einschließlich Krim) erweitert werden soll. Eheschließungen und Scheidungen allein geben hier kein klares Bild.
Peter Berling als Heiratsvermittler und EU-Berater.


► Sanftes Monster Brüssel – Europas (ungeahnte) Chancen
monster-bruesselDer Essayist und Dichter H.M. Enzensberger besuchte Brüssel und veröffentlichte über seine Eindrücke im Suhrkamp Verlag ein viel beachtetes Buch. Ihn verblüffte die enge Verbindung von Utopie und Bürokratie, die Verknüpfung von Chancen und Ausweglosigkeiten, die sich in der Verfassung Europas verbinden. Wie könnte man als Dichter Europa positiv besingen? Was ist die genaue Topografie Europas und seiner Probleme?
Enzensberger bezeichnet sich als Patriot des Grundgesetzes. Für Europa ist er offen. Kritisch war dieser Essayist schon immer.


► Wer soll Europas Sprungtuch halten?
schramm-europa-griechenlandErwin Dombrowski, Cousin des bereits im Fernsehen bekannten Lothar Dombrowski, war im Jahr 2012 zuständig für die Finanzinspektionen in Griechenland.
Dem Sparkommisar aus Brüssel geht es nicht bloß um Geld, sondern um die Vertrauenskrise, die durch Schuldenberg und Inflation (und die Unfähigkeit der Politik darauf zu antworten) entsteht.
Der heilige Zorn der Basis, sagt er, wird nicht nur die Bürokraten, sondern die Politiker überhaupt das Fürchten lehren. Dagegen ist traditionelles Preußentum gar nichts.


► Das europäische Kondom
kondomVertrauenswürdigkeit, Berührungsstärke, Rissfestigkeit und Sicherheit besitzen als gemeinsame Werte im künftigen Europa Verfassungsrang. Die gleichen Werte sind auch Maßstäbe der Kondomfertigung. Wird es das europäische, grenzüberschreitende Kondom geben?
Der Unternehmer und Lobbyist Willem Müller-Rosé berichtet.
Peter Berling als Müller-Rosé


► Theorie der Nachbarschaft
theorie-nachbarschaftWas sind die Gründe dafür, dass die jahrhundertelange „Erbfeindschaft“ zwischen Deutschland und Frankreich sich in eine „gegenseitige wohlwollende Nichtbeachtung“ verwandelte? Das Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich bildet in Europa eine „gemeinsame nicht-überhebliche Stärke“.
Der Philosoph Peter Sloterdijk entwickelt eine Theorie der Nachbarschaft. Dies aus Anlass der bevorstehenden 50-Jahres-Feier jener Zeremonie in der Kathedrale von Reims (Adenauer und De Gaulle reichen einander die Hand), die für den Prozess der Versöhnung elementar war.
In dieser Theorie der Nachbarschaft geht es um eine wichtige Beobachtung: die Verlierer der Kriege lernen, die Sieger lernen fast nie. Diese Erfahrung bestimmte die früheren gegnerischen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland ebenso wie heute die verträglichen.


► Der Untergang des Abendlandes – Woher wir kommen, wohin wir gehen
spenglerOswald Spengler, der aus Sachsen-Anhalt stammt, veröffentlichte 1918 das Buch DER UNTERGANG DES ABENDLANDES. Was wird das 20. Jahrhundert bringen? Wo werden wir Europäer im 21. Jahrhundert sein? Was geschieht mit der Kultur? Wie geht das Abendland unter?
Rolf Hochhuth kontextiert den von ihm respektierten Oswald Spengler mit dem, so Hochhuth, unterschätzten Bismarck. Dieser war laut Hochhuth der Mann, der im Reichstag ein Gesetz einbrachte: „Recht auf Arbeit für jedermann“.


► Eine Kanone namens Beethoven
beethoven-kanoneGERMANIA ist eine Kunstfigur aus der Zeit der ersten deutschen Wiedervereinigung nach dem Krieg von 1870/1871 gegen Frankreich. Ursprünglich gab es einmal eine Frau oder Hexe, die dem Römischen Imperator Drusus in der Nähe der Elbe begegnete. Vor Schreck fiel der Römer vom Pferd und seither gibt es keine adäquanten Nachfolger Caesars mehr. Dies ist der Urgrund der GERMANIA, wie sie auf den Briefmarken des Kaiserreiches und auf den Denkmälern abgebildet ist.
Die weibliche Vorkämpferin Frankreichs, MARIANNE, ging aus dem Befreiungskrieg der Revolution hervor. Im hundertjährigen Krieg siegte sie über die Engländer. Nach der großen Französischen Revolution führte sie die Franzosen auf kurze Zeit zur Herrschaft über ganz Europa.
Im Krieg von 1870/71, dessen Folge die Gründung des deutschen Reichs war und die Krise Europas bis 1989, standen sich MARIANNE und GERMANIA konfrontativ gegenüber. Nur noch die Musik verbindet beide Kernländer Europas. Beethoven zum Beispiel wird mit seiner 5. Symphonie, die eine Symphonie der Französischen Revolution ist, in einem Benefiz-Konzert im belagerten Paris aufgeführt. Von dem Erlös der Konzerte wird eine Kanone gegossen. Sie erhält den Namen Beethoven und schießt gegen die Preussen.
Dr. Manfred Osten, Generalsekretär der Alexander von Humboldt Stiftung, spricht über die grotesken Momente im Streit zwischen MARIANNE und GERMANIA, der sich über 2.000 Jahre hinzieht und über die berechtigte Hoffnung auf Eintracht, wie sie sich in einem kurzen Moment in der deutschen Klassik und im Reich Napoleons abzeichnet. Im 21. Jahrhundert werden sich MARIANNE und GERMANIA entweder vertragen oder es wird kein Europa mehr geben.


► Musik für Millionen
beethoven-neunteEinen KATEGORISCHEN IMPERATIV DER ZUVERSICHT nennt Peter Sloterdijk Beethovens große politische Kantate: die 9. Sinfonie. „Seid umschlungen Millionen“, „Bettler werden Fürstenbrüder“, heißt es in Schillers Originaltext. Aus welcher Ferne kommt dieser Enthusiasmus zu uns?
Die 9. Sinfonie ist inzwischen Europahymne und Welthymne geworden.
Sloterdijk nennt diese PRIMÄRDOKUMENT DER SCHÖNEN POLITIK eine Dauerleihgabe Mitteleuropas an die Menschheit.


► European Sixties
european-sixtiesDas Filmmuseum Berlin, die Deutsche Kinemathek und die Berliner Filmfestspiele haben 2002 dem Film Europas in den 60er Jahren eine vielbeachtete, große Ausstellung gewidmet. Lebensgefühl und Aufbruchstimmung jener Jahre, zeigen in allen europäischen Ländern, aber auch über den Atlantik hinweg, Charakteristiken und Perspektiven, die unverwechselbar sind.
Erst im Abstand werden die Kennzeichen sichtbar: Revolte, Fantasie & Utopie.
Der Historiker Wolfgang Jacobsen berichtet.


► Alles über Paris
paris-wickertParis ist die Hauptstadt des 19. Jahrhunderts, die der Aufklärung und war schon die Metropole Galliens.
In seinem 2004 veröffentlichten Buch „Alles über Paris“ führt Ulrich Wickert, in Paris aufgewachsen, den Leser durch „ein Weltmuseum, das eine Stadt ist“. Nirgends hat man, so zitiert er Friedrich Hebbel, soviel Welt zusammen wie in Paris. Das Stadtwappen zeigt ein Schiff und den Text: Fluctuat nec mergitur („es gleitet und sinkt nicht“).
Begegnung mit Ulrich Wickert.


► Die dienstälteste Staatsfrau Europas
merkelTäglich muss sie Entscheidungen treffen in einer Welt der Unübersichtlichkeit: Angela Merkel. Unter den Regierungschefs Europas ist sie am längsten im Dienst.
Stefan Kornelius begleitet sie in seinem Buch auf ihren Reisen, den Stationen ihrer Regierungstätigkeit und in historischen Momenten.
Spannend und informativ.


► Das Bild Europas
europas-bildIm HAUS DER KUNST präsentierte der Architekt und Städtedesigner Rem Koolhaas 2005 seine Vision von Europa. In einer tumultartigen Bilderwelt ist die Geschichte Europas mit der Geschichte der Europäischen Union verknüpft.
Eine Kartographierung der Gründe und Bilder, warum wir uns Europa zuwenden müssen.
Rem Koolhaas berichtet.


► Festung Europa
festungEinwanderer besiedelten die USA. Vandalen, Goten und Hunnen überrannten die Grenzzäune des römischen Reiches. Vergebens suchten die DDR-Behörden ihre Staatsgrenzen zu sperren. Wie verteidigt man Europa gegen illegale Einwanderung? Die Frage stellt sich an den Küsten Italiens, an der Ostgrenze der EU und an der Meerenge von Gibraltar.
EG-Grenzschützer Pichota berichtet.
Peter Berling als EU-Grenzexperte.


► Macht ohne Maske
ohnemaskeDie USA entwickelten seit 1945 einen Willen zur Vorherrschaft in der Welt, dem jede Heuchelei fremd ist. Diese Haltung führt in jüngster Zeit zu Kollisionen mit dem alten Europa, das mit Weltmachtgedanken, aufgrund bitterer historischer eigener Erfahrungen, besonders vorsichtig umgeht.
Egon Bahr, Kanzleramtsminister unter Willy Brandt und heute als Sicherheitsexperte tätig, berichtet.


► Das Brüsseler Panorama
panorama-bruesselDer prominente literarische Autor aus Wien, Robert Menasse, reiste nach Brüssel. Er suchte einen Romanstoff, der im Zentrum der Europäischen Union, und zwar unter den Brüsseler Beamten, handelt. Er fand bei seiner Recherche keines der Vorurteile, die über Schwächen der EU im Umlauf sind, bestätigt. Ihm geht es um eine positive Perspektive: gibt es einen Weg zu einem „Europa der Regionen“? Was heißt nach-nationale Demokratie? Wie romantauglich sind EU-Beamte? Der Titel von Manesses Buch heißt „Der europäische Landbote“, eine Anspielung auf eine berühmte Publikation von Georg Büchner.
Begegnung mit dem Dichter Robert Menasse und über ihn mit der Europa-Zentrale in Brüssel, die uns alle betrifft.



Literaturempfehlungen


Sanftes Monster Brüssel

monster-bruesselEuropa ist derzeit in aller Munde. Mißtrauen herrscht gegen die fernen Institutionen in Brüssel. Was, fragen sich immer mehr Europäer, treiben unsere weithin unbekannten Vormünder hinter verspiegelten Fassaden, meist verschlossenen Türen und mit einer höchst fragwürdigen Legitimation? In einem Essay hat sich Hans Magnus Enzensberger der Aufgabe gestellt, zur Aufklärung über die Gebräuche und Spielregeln beizutragen, mit denen das Europa von ‚Brüssel’ uns zu regieren beansprucht: lakonisch und treffsicher, wohlinformiert und bissig, dabei um Gerechtigkeit bemüht, denn das Monster, dem er ins Auge blickt, ist nicht immer nur furchterregend, sondern auch sanft. Dennoch muß der Leser Nebenwirkungen in Kauf nehmen.
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Der Europäische Landbote: die Wut der Bürger und der Friede Europas

landboteRobert Menasse reist nach Brüssel und erlebt eine Überraschung nach der anderen: offene Türen und kompetente Informationen, eine schlanke Bürokratie, hochqualifizierte Beamte und funktionale Hierarchien. Kaum eines der verbreiteten Klischees vom verknöcherten Eurokraten trifft zu. Ganz im Gegenteil, es sind die nationalen Regierungen, die die Idee eines gemeinsamen Europa kurzsichtigen populistischen Winkelzügen unterordnen. Damit werden sie zu Auslösern schwerer politischer und wirtschaftlicher Krisen in der EU. Menasses furioser, dem Geist Georg Büchners verpflichteter Essay fordert nichts weniger als „die Erfindung einer neuen, einer nachnationalen Demokratie“.
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Falls Europa erwacht: Gedanken zum Programm einer Weltmacht am Ende des Zeitalters ihrer politischen Absence

europa-erwachtEuropa wurde 1945 durch die Alliierten von der nationalsozialistischen Diktatur befreit – zugleich aber von neuen Weltmächten im Westen und im Osten in die Zange genommen: Diese Doppelerfahrung der Befreiung und der endgültigen Aufgabe der einstigen Vormachtstellung Europas zieht sich über zwei Generationen hinweg. Erst nach der Lösung der Supermächteklammer sind die Europäer imstande, die Fragen nach den prägenden Merkmalen okzidentaler Identität mit neuer Verbindlichkeit zu stellen.
Es ist, so argumentiert Peter Sloterdijk, täglich bedrängender eine Situation entstanden, in der Europas Politiker aus ihrer Verwirrung nicht mehr herausfinden, wenn sie nicht geschichtsphilosophische Informationen und klare prophetische Orientierungen suchen.
Wie kann Europas Stellung heute beurteilt werden? Haben Europäer wieder gelernt, »Großes von sich zu fordern«, um einen Wiedereintritt in einen Horizont großer und größter Herausforderungen zu gewährleisten?
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Das Gespenst des Kapitals
vogl-gespenst-kapitalsAngesichts der Ereignisstürme im gegenwärtigen Finanzgeschäft widmet sich Joseph Vogl in einem klarsichtigen Essay den Wahrnehmungsweisen, Theorien und Problemlagen dessen, was man mit gutem Grund immer noch Kapitalismus nennen muss. Gerade Finanzmärkte gelten als das Marktgeschehen schlechthin. Unbelastet von den Beschwernissen der Produktion sind sie – für die herrschende ökonomische Doktrin – Schauplätze eines perfekten Wettbewerbs und idealer wirtschaftlicher Ausgleichprozesse: ein segensreiches Zusammenspiel von gewinnorientierten und also ebenso rationalen wie zuverlässigen Akteuren. Darum wollte man in Spekulationsblasen und Crashs bloße Anpassungskrisen oder jene seltenen Ausnahmesituationen erkennen, die sich dem irrationalen Überschwang eines vielleicht gierigen, vielleicht inkompetenten oder schlicht rücksichtslosen Spekulationswesens verdanken. Hier setzen die Fragen des Essays an: Sind die irrationalen Exuberanzen wirklich Ausnahmefälle oder nicht eher reguläre Prozesse im Getriebe kapitalistischer Ökonomien? Reicht die Unterscheidung von rational und irrational überhaupt hin, die Effekte dieses Systems zu fassen? Begegnet ökonomische Rationalität hier nicht unmittelbar ihrer eigenen Unvernunft? Arbeitet das System tatsächlich effizient und rational?
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Alles über Paris

alles-parisUlrich Wickert, langjähriger ARD-Korrespondent in der Seine-Metropole, erzählt in diesem opulent und liebevoll gestalteten Band von seinem Paris: In Aufsätzen, Reportagen sowie unterhaltsamen Anekdoten und Randbemerkungen lässt er die »Stadt aller Städte« lebendig werden. Leichtfüßig und mit dem sprichwörtlich französischen Charme führt er seine Leser durch die Boulevards und Gassen zu den schönsten Orten der Stadt, die seit jeher Künstler, Schriftsteller und Intellektuelle aus der ganzen Welt magisch anzieht.
Ein einzigartiges Buch über eine einzigartige Stadt und ein Muss für alle Frankreichfans!
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Angela Merkel: Die Kanzlerin und ihre Welt

merkel-buchWie aus dem Mädchen aus Templin die mächtigste Politikerin Europas wurde – die außenpolitische Biographie. Mit der Euro-Krise ist die Außenpolitik ins Zentrum der Kanzlerschaft von Angela Merkel gerückt. Das Urteil der Geschichte und ihre Aussicht auf Wiederwahl hängen von einer simplen Frage ab: Wird sie Europa vor dem Zerfall bewahren? Wer also ist diese Politikerin, in deren Händen das Geschick Europas liegt? Angela Merkel hat einen bemerkenswerten Weg zur Staatsfrau zurückgelegt. Aufgewachsen in der sowjetischen Garnisonsstadt Templin, fasziniert von Kalifornien und überzeugt von der Macht der Freiheit und der Kraft ihrer Argumente, katapultierte sie sich in nur zwei Jahrzehnten an die Spitze der Staatenlenker. Als junge Tramperin erlebte sie den realsozialistischen Niedergang im Bahnhofsasyl von Tiflis, als Kanzlerin genoss sie den Pomp eines State Dinners im Weißen Haus. Die USA als segensbringende Nation mit Schwächesymptomen, das geliebte Russland und der ewige Putin als Reizfigur, die Treue gegenüber Israel, der stetige Hader mit der Last der Kriege – Merkels Welt ist klar definiert. Und wird letztlich am Schicksal Europas gemessen.
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Im Herzen Europas gelegen ist die Schweiz dennoch kein Mitglied der Europäischen Union. Das hat auch historische Gründe.


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Afrika ist eine gewaltige Realität. Für Europäer ist es verblüffend unbekannt. Es ist auch ein Rätsel und Objekt von Fantasien.


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Die menschliche Zivilisation entstand zweimal, jeweils getrennt: einmal im Osten (China, Indien), dann im Westen (Rom, Frankenreich). Die Menschheit ist ein Zwilling. Seit Leibniz und Goethe gibt es den versonnenen Blick auf China und wieder zurück auf uns selbst. Der rasante Aufstieg, den China heute vorführt, hat diesen Spiegeleffekt beachtlich vergrößert. Westler, die in diesen Spiegel hineinblicken, sehen etwas von sich, was sie bis dahin noch nicht wussten.


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Das mehr als 2 000 Jahre alte Japan, durch Fukushima neu in den Blickfang gerückt, besitzt Traditionen, die denen Europas ähneln, aber auch Traditionen, die es für uns mit viel Fremdheit ausstatten.