Neu im Catch-up Service: Kampf der Wagen und Gesänge

Gunter Gebauer über die olympische Idee

Alle vier Jahre, demnächst im Jahre 2020 in Tokio, werden die modernen Olympiaden veranstaltet. Sie leiten sich von einer ganz andersartigen Olympiade in der griechischen Antike ab. Die kannte außer dem sportlichen Wettkampf die Großen Wagenrennen und die „Gesänge“, nämlich eine allseitige Feier des Wissens und der Poetik. Unsere heutigen Olympiaden sind immer noch auf der Suche nach ihrem wahren Kern.

Mitten im 1. Weltkrieg, im Jahr 1916, sollte eine spektakuläre Olympiade in Berlin stattfinden. In Folge des Kriegs fiel sie aus. Sie wurde 1936 nachgeholt. Keine Olympiade ist so wie die andere. Die Geschichte der modernen Olympiaden ist kurvenreich und könnte Innovation vertragen.

Gunter Gebauer, Olympiaforscher, berichtet.

► Kampf der Wagen und Gesänge (10 vor 11, Sendung vom 26.03.2018)


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► Philosophie des Sports

Ist Sport eine moderne Massenattraktion am Wochenende? Oder hat der Sport seinen Grund in ältesten Zeiten und im Zentrum der Gesamtgesellschaft? Von Plato bis zu dem französischen Soziologen Pierre Bourdieu haben sich die Geister mit dem Phänomen der körperlichen Spitzenleistung und der Poetik des Wettkampfes beschäftigt. Es ist nicht selbstverständlich, dass Rivalität durch den sportlichen Rahmen, d.h. durch das Setzen eines festen Endes des „wilden Spiels“, das den Gewinner feststellt und den weiteren Kampf beendet, in der Kulturgesellschaft überhaupt existiert und offenbar einen starken Attraktor bildet. An ihrem Ursprung waren z.B. die Olympischen Spiele ein Totenkult, der den Weg zu den Göttern ebnete und eine Form der Friedensstiftung mit dem Schicksal symbolisierte. Davon handelt Gunter Gebauers „Poetik des Fußballs“ und das von ihm herausgegebene Buch „Sport, Eros, Tod“.

Die tiefe Bewegung, die z.B: der Tod des Nationaltorwarts Enke auslöste, wird deutbar mit einer Philosophie des Sports.


► Das Fahrzeug ist die zweite Haut

Für Autorennfahrer ist es unverständlich, dass z.B. der Reitsport auf den Olympiaden glänzen und Goldpreise erringen kann, dass dies aber für Rennfahrer nicht möglich ist. Und das obwohl sie wesentlich stärkere Wagnisse unternehmen und nicht gedopt sind. Hier besteht Regelungsbedarf.

Wenn keine Rennen stattfinden, ist Egon Meier als Busfahrer tätig. Sein Bus ist ein Gelenkbus. Auch mit diesem Fahrzeug lassen sich waghalsige Rennen und Abenteuerfahrten veranstalten. Für den Fahrer, der so leidenschaftlich an seinem Beruf hängt, ist „das Fahrzeug die zweite Haut“.

Helge Schneider als Egon Meier


► Brasilien – Land der Extreme

Krise eines großen Landes und Olympiade in Rio de Janeiro treffen zusammen. Die Teilung der Welt durch den Papst im Spätmittelalter ordnete den Erdkreis in zwei Teile und damit fiel das Gebiet, das heute Brasilien heißt, an Portugal, das übrige Lateinamerika an Spanien. Das führte kulturell und gesellschaftlich zu verschiedenen Entwicklungen.

Brasilien ist ein markantes Einwanderungsland. Zu den früheren Immigranten gehörten unfreiwillig Menschen aus Afrika. Es folgten Schübe von Hunsrückern aus Deutschland, Einwanderer aus den österreichischen Provinzen, und aus anderen Regionen Europas und der Welt, die in Brasilien, dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten im Süden der beiden Amerikas“ ihr Glück suchten.

Es gibt kaum ein Riesenland, dessen einzelne Teile so unterschiedlich und so wenig miteinander verbunden sich entwickelten wie die nördlichen, westlichen und südlichen Zonen von Brasilien. Nirgends ist der Gegensatz von Stadt und Land so krass. Nirgends sind aber auch die Strukturen so vielfältig.

Mit Beiträgen von Christoph Schlingensief, der mitten im Dschungel Wagner inszenierte, der Brasilien-Spezialistin Dr. Ursula Prutsch und vielen andern.