Neu im Catch-up Service: Der Medienmogul

Produzent Shelley Meyer (Peter Berling): „Wenn Hitler im angelsächsischen TV Tantiemen erhielte, könnte man davon ganz Griechenland sanieren“

Ende 2017 starb der Charakterdarsteller Peter Berling in Rom. Mitten in der Niederschrift seines neuesten Romans „Nucleus Europa“. Der Erfolgsautor war ursprünglich Filmproduzent Fassbinders und zahlreicher anderer Filme. Den Zuschauern von BEKANNTMACHUNG ist er aus vielen Sendungen als Darsteller in fiktiven Rollen bekannt.

Sein letzter Film zeigt ihn als „Medienmogul“ Shelley Meyer. Er spricht als Kenner des angelsächsischen TV-Markts. In der Branche weiß man, sagt der Medienmogul: „Hitler ist ein Quotengarant“. Als erfahrener Produzent spricht Meyer über die Abgründe, Gefahren und Chancen bei Themen des DARK CHARISMA. Das Dunkle, Böse und Folgenreiche besitzt Attraktivität. „Wenn Hitler bei seinen Auftritten in den angelsächsischen Medien Tantiemen erhielte, könnte man davon ganz Griechenland sanieren“.

Eine letzte Begegnung mit Peter Berling.

► Der Medienmogul (10 vor 11, Sendung vom 19.02.2018)


Sehen Sie dazu auch auf dctp.tv:

► 1000 Leben will ich haben

Der Charakterdarsteller, früherer Fassbinder-Film Produzent und Buchautor, Peter Berling, lebt in Rom. Er hat soeben seine Erfolgsbiographie “Hazard & Lieblos. Kaleidoskop eines Lebens” veröffentlicht. In der Sendung geht es um das reiche Kaleidoskop an Filmrollen, in denen der vielseitige Mann sich eine Gemeinde geschaffen hat.
Peter Berling als: der Divisionsfahrer, als Filmpreisträger Max Meyer, als sowjetischer Kommissar (über die Anatomie der Engel), als Kardinal, als Spekulant, als EU-Beamter aus Bayern in Brüssel, der über Griechenland zu entscheiden hat, als Lehman-Brothers, als Spielbankchef, als König Alarich, als deutscher Oberst 1941 in Arkadien, als Verteidiger von Michael Jackson, als Adjutant Napoleons (“Des Kaisers Zahn”), als niederländischer Humanist von 1532 und als Charakterdarsteller in einem neuem Film von Quentin Tarantino.

Ein Doppelprogramm von 90 Minuten Länge. In äußerst kurzweiliger Folge und in bunter Kostümierung.


► Der Stenograph Adolf Hitlers

stenographSeit sich im Sommer 1942 Hitler mit seinen Generalen zerstritt, wurden alle Lagebesprechungen des Führers stenographisch protokolliert. Noch am 30. April 1945, dem Todestag Hitlers, befand sich der vereidigte Reichstagstenograph Standartenführer Karl-Heinz Mücke im Bunker unter der Reichskanzlei in Bereitstellung. Es kamen keine Aufträge mehr. Zum ersten Mal in seinem Leben sah sich Mücke aber mit einer solchen Flut von Tagesereignissen konfrontiert, dass er sie nicht mehr in Echtzeit stenographisch notieren konnte. Mit über 400 Silben pro Minute in der Eilschrift von Stolze-Schrey gehört er zur Weltelite der Stenographen und wäre olympiareif.

Peter Berling als Stenograph des Führers.


► “Yes, we scan!”

stenographEs ist bekannt, dass die Justizbehörden in den USA (und die dortigen Geheimdienste) an der Auslieferung des Computerspezialisten Edward Snowden interessiert sind. Der Züricher Anwalt Uli Birchler ist spezialisiert auf alle Fälle, die mit Grenzübertritt und Asylfindung zu tun haben. Seiner Kanzlei, die 34 Mitarbeiter beschäftigt, ist ein Reisebüro angeschlossen. Zu welchen Auswegen rät er im vorliegenden Fall? Wie beurteilt er die Rechtslage? Zur gleichen Zeit ist General Jeffrey Clark in Washington mit der Aufgabe betraut, den Flüchtigen zu fangen. In fast jedem Punkt ist er anderer Auffassung als der Anwalt Birchler. Der leitende Mitarbeiter im russischen Geheimdienst Mihail M. Sedow sieht das Ganze, wiederum anders als die Beiden, aus dem Blickpunkt von Russlands Interessen.

Was sind Staatsgeheimnisse? Kann man beim Data-Mining Diebstahl an etwas begehen, das man ja nicht anfassen kann? Was ist ein „illegales Staatsgeheimnis“? Ist der Verrat eines illegalen Staatsgeheimnisses strafbar? Das war schon in der SPIEGEL-Krise von 1962 ein Thema und ist heute erneut eine juristische Nuss, die nach amerikanischem und nach eropäischem Recht verschieden schwer zu knacken sein wird.

Peter Berling in drei Rollen.


► Knotenpunkt im No-Man‘s-Land

berlingDer Charakterdarsteller Peter Berling in fünf neuen Rollen. Als DDR-Genosse unmittelbar vor der Wende: “der letzte Grammatiker der DDR über den Konjunktiv an der Werkbank”. Außerdem spielt er einen Händler in Palmyra, der für das Kalifat Handel mit Antiquitäten betreibt. Weiterhin um einen Kapitän, auf dessen Kreuzfahrtschiff in der Karibik Ebola ausbricht. Das Schiff kann in keinem Hafen landen. Ein ganz anderes Problem ist es, wenn die Republik Italien an die Kurden Waffen aus Beutebeständen des Balkanfeldzugs liefert. Eine weitere Sequenz betrifft den Kosmos und die Frage, ob man dort Grundstückseigentum erwerben kann und wie man so etwas verbucht.

Begegnung mit Peter Berling in 5 neuen Rollen.


► Jedes Tischtuch erzählt

kleingeldErfahrene Medienexperten wissen, dass Menschen nicht nach nackter Information hungern, sondern dass sie alle Informationen gut erzählt haben wollen. Bei solchem Erzählen sprechen im Menschen viele Stimmen miteinander, oft ist es ein Chor. Das ist die Musik, von der die menschliche Seele sich nährt.
Man beobachte, wie eine selbstbewusste Frau wie Scarlett O`Hara, die der Roman Vom Winde verweht beschreibt, mit ihren Erfahrungen umgeht. Sie fühlt sich nicht als Zuschauerin ihres Lebens, sondern als dessen Produzentin. Dieses Leben ist ihr so wichtig, dass sie sich nicht auf sich allein verlässt. Sie richtet also ihr Interesse auf das, was ihr Idol, der junge Mr. Ashley, denkt, ein Mann aus einer ganz anderen, vornehmeren Gesellschaftsschicht. Und außerdem spricht in ihr die Stimme des Abenteurers Rhett Butler, der später ihr Mann sein wird. Man würde dessen Stimme heute der Zielgruppe der technischen Intelligenz zurechnen. Meist streitet sie mit dieser inneren Stimme, wie sie auch in ihrer Ehe mit ihm Debatten führt.
Es sind also drei verschiedene innere Stimmen, mit denen das Erzählen in Scarlett O`Hara anfängt. Diese Art von Erfahrungsverarbeitung auf der erfolgreiches Erzählen beruht, ist bei jedem Menschen anders. Fast nie ist es eindimensional.

Wenn in den Medien Menschen zappen oder surfen, ist das der Versuch der Seele, sich ihre eigenen Wege zu bahnen. Auch wenn der Abend dann Enttäuschung bringt, weil nichts zu finden ist, wird die Seele ihre zielsichere Suche nicht aufgeben. Oft ist es dabei eine Nebensache, die mit der sogenannten „Handlung“ oder der „Nachricht“ nichts zu tun hat, die die Phantasie belebt und nährt. In diesem Sinne behauptet der Mediencoach Uwe Walter: „Jedes Tischtuch erzählt“.