Heute Abend im TV: Zarathustras Kampf mit der Finsternis (16.10.2017, 0:30 Uhr bei 10vor11 auf RTL)

Tobias Kratzer inszeniert Jean-Philippe Rameaus Zoroastre an der Komischen Oper Berlin

Der Kampf zwischen Gut und Böse ist Thema der Künste und Religionen seit vielen Millionen Jahren. In der persischen Überlieferung, die im Zeitalter der Aufklärung in Europa stark debattiert wurde, steht Zarathustra (in Mozarts Zauberflöte „Sarastro“), der Prophet der Lichtwelt für das Gute. Der Gegengeist dazu heißt Ahriman. Er steht für die Finsternis und das Böse.

Der geniale Opernkomponist Jean-Philippe Rameau, der mit Voltaire zusammenarbeitete, fesselte dieser Stoff. 1749 kam seine Oper Zoroastre heraus, die ein Erfolg war. Jetzt hat Tobias Kratzer diese Oper in Berlin neu inszeniert. Die Archetypen Zarathrustra und Ahriman, auch Rivalen um zwei Frauen, leben nach sechstausendjährigem Kampf in einem Neubauviertel als Nachbarn. Das ist zu viel Nähe. Schon ab drittem Akt: Bürgerkrieg. Zuletzt liegt der Vertreter des Bösen, Ahriman, tot im Garten. Zarathustra bekommt die Braut, wird aber nicht glücklich.

Eine Glanzleistung der Komischen Oper Berlin. Eine verblüffend packende Musik transportiert eine Debatte der Aufklärung plausibel in die Jetztzeit des 21. Jahrhunderts.

 

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► Was bedeutet 12-Ton-Musik?

Die wohltemperierte Tonleiter knechtet die Einzeltöne. Von Natur her sind die Töne, je nach Instrument, sehr verschiedenartig. In dieser Individualität werden sie durch die Einteilung in Oktaven gleichgeschaltet und zugleich hierarchisiert.

Die modernen Komponisten haben hiergegen rebelliert. Eine der Neuerungen war die Atonalität, der Ungehorsam gegen jegliche tonale Hierarchie: es gibt keine Haupt- und Nebenstraßen der Töne. Arnold Schönbergs 12-Ton-Technik ist eine der radikalsten Rebellionen: sie demokratisiert gewissermaßen die Töne, macht sie alle gleich wichtig und sortiert sie zu höchstmöglicher Innovation. In dieser Technik gelangen Schönberg selbst und einigen seiner Anhänger wie Alban Berg Geniestreiche. Die Methode hat aber auch eine planwirtschaftliche Komponente. Sie setzt gegen den Schematismus der Tonalität einen neuen Schematismus.

Wladimir Jurowski dirigierte an der Komischen Oper Berlin Arnold Schönbergs Oper MOSES UND ARON. An Beispielen aus dieser Aufführung erläutert er die 12-Ton- Musik. Wer die musikalische Moderne des 20. Jahrhunderts verstehen will, sollte die Öffnung, die Schönbergs Prinzip herstellt, kennen.

Begegnung mit dem Dirigenten Wladimir Jurowski.