Heute Abend im TV: Millionen purpurne Rosen (10.08.2016, 00:45 Uhr bei News & Stories auf SAT1)

Abschied von Bert Neumann, dem Bühnen– und Kostümbildner, den keiner ersetzt

Der Bühnen- und Kostümbildner Bert Neumann hat an vielen Theatern gearbeitet. Den Stil der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin hat er entscheidend mitgeprägt. Schauspieler wie Sophie Rois und Regisseure wie Frank Castorf und René Pollesch realisierten ihre Kunst jahrzehntelang in Zusammenarbeit mit Neumann. Er schuf aber auch an der Staatsoper Stuttgart legendäre Bühnenbilder und Kostüme für Verdis RIGOLETTO, Mozarts ZAUBERFLÖTE, Wagners TRISTAN, DIE GÖTTERDÄMMERUNG und (zuletzt) für Beethovens FIDELIO.

Nach seinem Tod und aus Anlass seines Geburtstages nahm die Volksbühne Abschied von diesem Künstler, den keiner ersetzen kann. „Millionen purpurner Rosen“ ist ein russisches Lied, das vom Abschied handelt. Lilith Stangenberg singt.

 

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► Treue in total verwanzter Welt

treueBeethovens einzige Oper FIDELIO geht auf eine französische Theatervorlage zurück. In dem Theaterstück geht es um ein Ereignis während der Französischen Revolution. Der Anführer einer unterlegenen revolutionären Fraktion wird von seinem Rivalen eingekerkert und soll im Gefängnis ermordet werden. Seine Frau, verkleidet als Mann, befreit ihn im letzten Moment aus seiner Lage. Ausgehend von der letzten Fassung Beethovens von 1814 hat die Staatsoper Stuttgart Beethovens Originalwerk so stark wie möglich wiederherzustellen versucht. Es kommt dabei zum Vorschein, wie theatergeeignet diese Oper ist. Konsequent werden in Stuttgart die gesprochenen Dialoge ohne unnötige Kürzung mit den Musikszenen integriert. Das ist ein Stilelement der damaligen französischen Oper und man merkt in der Stuttgarter Aufführung, wie wesentlich für Beethoven diese Herkunft ist. Es geht nicht nur dem Inhalt nach, sondern auch in der Form, um eine revolutionäre Befreiungsoper. Das Drama in Stuttgart spielt sich ab in dem letzten großen Bühnenbild des 2015 verstorbenen Bühnen- und Kostümbildners Bert Neumann. So pur und gleichzeitig substanzstark war diese Oper Beethovens selten zu sehen. Inszenierung Jossi Wieler und Sergio Morabito. Musikalische Leitung: Sylvain Cambreling.