Neu auf dctp.tv: Meerjungfrauen

Prof. Dr. Andreas Kraß über die Geschichte einer unmöglichen Liebe

Mythen, Märchen und Romane handeln von rätselhaften Wasserwesen: den Sirenen, Meerjungfrauen und Wassermännern. Es sind Geschichten der Sehnsucht und einer unmöglichen Liebe. Sigmund Freud sagt: “Die Seele ist ein Unterwasserwesen”. Dies kann der Grund sein für die emotionale Stärke dieser Überlieferung.

Der Mittelalter-Philologe Prof. Dr. Andreas Kraß, Universität Frankfurt a.M., dokumentiert in seinem Buch “Meerjungfrauen” die Überlieferung.

► Meerjungfrauen (News & Stories vom 05.06.2011)


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► “Meine Liebe ist tiefer als das Meer”

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Tiefsee-Experten beschreiben den großartigen Inhalt von Schiffswracks und deren Innereien am Meeresgrund. Mobiliar, Schätze, Maschinenanlagen und Diverses erhält sich über Jahrzehnte. Das gilt vor allem dort, wo Luftblasen die Einwirkung des Salzwassers lange Zeit bremsten. Die Grabstätten am Grund des Meeres bewegen die Gefühle der Menschen.

Jetzt haben die Proben für die erste Tiefsee-Oper der Welt begonnen. Unsere Kamera dokumentiert sie. Verschiedene Komponisten haben Fragmente beigetragen, um diese Requiem-Oper zu bestücken.

Mit Peter Berling als Kammersänger Edouard de Scaremberg.


► “Hallo, hier ist das Krokodil!”

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In der Zeit des Umbruchs nach 1917 in Russland richtete sich die Hoffnung auf die neue Generation der Kinder. Es erwies sich als schwer, die Erwachsenen in ihrer Masse für die neue Zeit zu gewinnen. Sie waren in der alten Zeit groß geworden, im Bürgerkrieg oft entwurzelt, viele waren Analphabeten. So glaubte man, den neuen Menschen von Grund auf bei den Kindern heranbilden zu können. “Von dem, was Künste und Poetik geben können, ist das Beste gut genug für die Kinder!”

Es entstand eine “revolutionäre Schatzkammer von Kinderbüchern”. Künstler und Poeten wie Daniil Charms, Majakowki, El Lisitzky, Tatlin, Marschak und Ossip Mandelstam schufen Kinderbücher oder beteiligten sich daran. Die Tradition russischer Kinderbücher hat Verbindung zu angelsächsischen Quellen wie “Mother Goose annotated”. Eines der beliebtesten Kindergedichte heißt “Telefon” und stammt von der Leitfigur russischer Kinderliteratur Kornei Tschukowski. Ein Genosse schläft. Neben seinem Bett, sehr modern und elektrifiziert, steht das Telefon. Es ruft an: der Elefant aus Afrika. Gleich der nächste Anruf kommt vom Krokodil: “Ja, das vom Nil”. Das geht über panikanfällige Gazellen, über Affen (“Ihr schickt uns Taschentücher, wir wollen Bücher, wir haben nichts zu lesen!”) bis zu einem traurigen Bären (“Da telefonierte der Bär. Warum bist du so traurig, mein lieber Bär?
Da sagte er gar nichts mehr / Er war zu bewegt / Und hat aufgelegt”).

Die Slawistin Dr. Marinelli-König, Akademie der Wissenschaften Wien, über Kinderbücher in der russischen Revolutionsära von 1920 bis 1930.


► Die Zeit der fremden Ozeane

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Im Erdzeitalter des Silur (von vor etwa 443,4 Millionen Jahren bis vor etwa 419,2 Millionen Jahren) gab es wenig festes Land und enorm viel Wasserfläche. Der atlantische Ozean existierte noch nicht. Stattdessen gab es den inzwischen verschwundenen Japetus-Ozean und das Thetys-Meer. Es ist die Zeit, in der die Korallenriffe und die großen Kalkformationen entstanden.

Unser Planet befindet sich in permanenter und lebendiger Bewegung. Die langsamen Zeitmaße dieser Bewegung überblickt normalerweise nur der Geologe, nicht der Laie. Wenn Erdbeben in Nepal aber ihre Opfer fordern, weil sich die indische Platte unter den Himalaya schiebt, werden die Gewalten sichtbar, mit der die Kontinentalplatten (und was darauf ist) sich rammen, streifen, subduzieren oder überlagern. In weiter Zukunft wird Afrika Europa so bedrängen, dass sich dort, wo jetzt das Mittelmeer ist, ein Hochgebirge erheben wird. Der Pazifik wird sich schließen. Afrika zerbricht. Die australische Platte rammt den indonesischen Archipel. Das alles ist für den Lebenslauf einzelner Menschen kaum erkennbar, für die Erdkugel gehört es zur Wirklichkeit. Ähnlich faszinierend wie ein solcher Blick in die Zukunft sind die Forschungen, die sich auf die Vergangenheit der Erde richten. Die Kristalle und Kalke, von denen solche Geschichte berichtet, sind oft bizarr und von großer Schönheit.
Prof. Dr. Axel Munecke, Paläontologe an der Uni Erlangen-Nürnberg, berichtet über das Silur, die Zeit als das Leben sich noch ganz im Wasser abspielte.