Neues Thema: 100 Jahre DADA

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Februar 1916: Geburt des DADAISMUS

Was heißt Dada? Aus dem Schock der Materialschlachten des Ersten Weltkriegs entstand in Zürich, Berlin und Hannover eine radikale, respektlose und die traditionelle Kunst umstürzende Bewegung.

► 100 Jahre DADA (11 Filme)

► Der Griff ins Schwarze

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Was heißt Dada? Aus dem Schock der Materialschlachten des Ersten Weltkriegs entstand in Zürich, Berlin und Hannover eine radikale, respektlose und die traditionelle Kunst umstürzende Bewegung, die sich DADA nannte.

Mit seinem Buch LUSTMARSCH DURCH THEORIEGELÄNDE hat der Kulturkritiker, Inszenator und Künstler Bazon Brock diese Bewegung wieder in den Vordergrund gerückt. Im Kern, sagt Bazon Brock, geht es bei dieser Bewegung um den WIDERRUF DES MISSGLÜCKTEN 20. JAHRHUNDERTS. Für Dada sind Zukunft und Gegenwart schwarz. Mitten in dieses Verhängnis greift Dada mit der Waffe des Witzes.

Begegnung mit Bazon Brock und Dada.


► “Große Reiche muß man leiten, wie man kleine Fische brät”

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Die Erfahrung des Völkermordes im 1. Weltkrieg brach mit dem Waffenstillstand von 1918 ab, ohne je verarbeitet worden zu sein, wie man heute in Sarajewo verfolgen kann.

1917 entstand aber eine künstlerische Bewegung, die sich Dada nannte und ihre Attacken gleichzeitig gegen den Krieg und gegen die Hochkunst richtet.

Unser musikalisches Magazin widmet sich Dada und dem 1. Weltkrieg.

Zur November-Revolution trug Dada einen fingierten Zeitungsartikel bei, der überschrieben ist: “Große Reiche muss man leiten, wie man kleine Fische brät”. Eine Handlungsanweisung für die politische Klasse von 1914, 1918 und von heute.


► Hans Richter, der Visionär

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Aus dem Umkreis von Dada hervorgegangen, ist Hans Richter für den Film und die bildende Kunst ein herausragender Neuerer und Revolutionär. Seine Schriften KAMPF UM DEN FILM und FILMFEINDE VON GESTERN, FILMFREUNDE VON MORGEN sind bis heute das Programm der avancierten Autorenfilmer. In den 20er Jahren bildet Hans Richter zusammen mit Sergej Eisenstein, Man Ray und Marcel Duchamp die Spitze der Avantgarde und ist in aller Munde. Ein Jahr vor seinem Tod, wohnhaft in der Nähe von Locarno, wird er auf das dortige Festival nicht einmal eingeladen. Heute wird er neu entdeckt.

Eine Ausstellung im Gropius-Bau und ein Museum in Los Angeles zeigen sein Werk in einer großen Retrospektive. Der Kurator Timothy B. Benson berichtet.


► Velimir Chlebnikov

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Anselm Kiefer über einen Anführer der Dadaisten.
“Ein Mann, der mit 37 Jahren stirbt, ist zu jedem Zeitpunkt seines Lebens ein Mann, der mit 37 Jahren stirbt”



► 9+0=1

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Musikfilm mit Zahlen. Mathematik für Dada-Kenner



► Altars of Madness

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Ein Requiem für Ayrton Senna und Roland Ratzenberger mit Musik von “Morbid Angle”, “Kronos Quartett” und “Anima Mundi”.

Ein Musikmagazin zum Hochsicherheitssport Formel 1: Altäre des Wahnsinns. Zum Abschied noch einmal die schönsten Autorennen: Eine Manifestation DADA.



► August 1914

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Die telegrafische Kriegserklärung des deutschen Reiches kam in Paris völlig verstümmelt an. Sie klingt wie ein Dada-Text. Die Entschlüsselung des Geheimtextes gelang keinem. Da sie trotzdem als Eröffnung der Feindseligkeiten verstanden wurde, gehört sie zu den Rätseln der Katastrophe von 1914.
Mit einem Text von Ernst Jünger: Über ein mechanisches Klavier, das mitten im Gemetzel weiterspielt und einer Information über den Anfang des Gaskrieges.


► Eigene Wege: Max Ernst und Kurt Schwitters

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Max Ernst (1897-1976) und Kurt Schwitters (1987-1948) sind Monolithen in der Dada-Landschaft und weisen über deren Horizont entschieden hinaus, während viele Protagonisten der Stunde im “Behauptungsgestus” (Beat Wyss) von Dada stecken blieben. Max (“Dadamax”) Ernst in Köln und Schwitters (MERZ-Kunst) in Hannover nutzten hingegen “extatische Selbstsetzung” (B.W.). Dadas für ein von Dada ebenso geprägtes wie unabhängiges Werk.


► Im Land der Joghurt-Fanatiker

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Die Schlächtereien des Ersten Weltkriegs waren Im vollen Gang, als sich in der vom Krieg verschonten Züricher Idylle junge Immigranten trafen, um sich den schönen Künsten hinzugeben. Unter Ihnen, aus München kommend, Hugo Ball und Emmy Hennings. Als Pianist und Diseuse traten sie im Variété-Ensemble Maxim auf, bis sie im Februar 1916 zusammen mit Hans Arp, Tristan Tzara und Marcel Janco an der Spiegelgasse 1 in der Züricher Altstadt das Cabaret Voltaire eröffneten und Dada begründeten. Gelegentlich schaute auch ein seltsamer Nachbar mit Perücke herein: Herr Lenin.


► Nicht Dada ist Nonsens, sonders das Wesen unserer Zeit ist Nonsens

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Eine Gruppe des Dada nannte sich 3 1/2-Internationale. Die Energie des Dada richtet sich auf eine Antwort auf den Ersten Weltkrieg. In “Technik und Taktik der Falschmeldungen” geht es um weitere Aspekte des wirren 20. Jahrhunderts: Manifestatio Dada.



► Hitler gegen Dada / Dada gegen Hitler

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Am 5. September 1934 nimmt Adolf Hitler auf einer Kulturtagung im Apollo-Theater Stellung. Er führt aus: “Das ganze Kunst- und Kulturgestotter von Kopisten, Futuristen und Dadaisten ist weder rassisch begründet noch völkisch erträglich.”
Mit Hitler selbst und dem Charakterdarsteller Alfred Edel im Zirkus Kniébolo.

Die Kulturreise Hitlers nach Hamburg und das Eintopfessen im Atelier des Fotografen Hanfstaengel in München sind dem Film “Eine Freundschaft in Deutschland” von Romuald Karmakar entnommen.