Heute Abend im TV: Es geht nichts über Reparaturerfahrung (13.01.2016, 00:45 Uhr bei News & Stories auf SAT1)

Begegnung mit Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl, Direktor des Deutschen Museums München

Für die Märkte und auch für erfindungsreiche Ingenieure ist die Neuerung, die Neuanschaffung, das Wegwerfen des Alten ein Ideal. In Notzeiten (nach Ende des 2. Weltkriegs bei uns im Jahre 1945 zum Beispiel) weiß man das Gegenteil zu schätzen: die Reparaturerfahrung. Sie ist heute der einzige Weg, sagt Prof. Dr. Heckl, der das größte Technikmuseum Europas leitet, aber persönlich auch eine Reparaturwerkstatt besitzt, das in ein technisches Gerät eingebaute Wissen selber zu erfahren. Produkte, in denen der Zugang zur Reparatur (wie heute üblich) künstlich versperrt wird, damit man sie bei Versagen wegwirft und neue erwirbt, verdummen den Nutzer.

Das PRINZIP REPARATUR liegt der gesamten Evolution zugrunde. Prof. Dr. Heckl ist Nano-Physiker. In der Physik der Elementarteilchen und in dem sich darauf aufbauenden Leben sind intelligente Reparaturmechanismen versteckt ohne die nichts Lebendiges entstünde und nichts Biologisches sich erhalten könnte. Es gibt deshalb eine „Philosophie des Reparierens“, die bis zum Charakter vordringt und mit bloßem Konservativismus nicht verwechselt werden soll.

Begegnung mit Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl, Direktor des Deutschen Museums München.

 

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► Das Mysterium des Fortschritts

mysteriumDie vorindustrielle Welt kennt keinen Fortschritt im modernen Sinn. Die enorme Entwicklung von der Steinzeit bis 1800 zeigt sich nur in großen Perioden. Jede Vermehrung der Produkte wird durch die Vermehrung der Menschen aufgezehrt. Dies ist die sogenannte “Malthus-Falle”, benannt nach dem britischen Ökonomen Thomas R. Malthus. Erst die industrielle Revolution lässt die Gesellschaften explodieren. Es vermehren sich aber nicht nur die Industrie, die gesellschaftlichen Abstürze und Aufstiege, sondern auch die Rätsel. Wir haben, sagt Prof. Ph.D. Gregory Clark, University of California, die industrielle Revolution, eine Zeit, zu der wir selbst immer noch gehören, längst nicht verstanden.

Prof. Clark spricht vom “Mysterium des Fortschritts”. In Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftskolleg zu Berlin.


► Milliarden Jahre Immunität: toll!

immunitaet-fliegeDie Abwehrkräfte in den Lebewesen, die angeborene Immunität, ist genetisch uralt. Ihre Strukturen gibt es seit den ersten Schwämmen und Kleinlebewesen, also seit 1 Milliarde Jahre. Seit Aufkommen der Fische gibt es zusätzlich – als zweites System – weiße Blutkörperchen und eine selektive, erworbene Immunabwehr.

Das ältere und das neuere System funktionieren höchst verschieden. Die Gen-kaskaden, welche die Abwehrkräfte regulieren, wurden vor weniger als 20 Jahren von der Wissenschaft entschlüsselt. Das waren Goldgräberjahre der Evolutions-biologie. Eine Entdeckung, die als besonders toll galt, erhielt den Namen TOLL-REZEPTOREN. Die Drosophila-Fliegen haben davon 9, Menschen 10. Diese Warnsysteme, Wächter der Gesundheit, alarmieren und aktivieren die Abwehrsysteme.

Der Luxemburger Prof. Dr. Jules Hoffmann von der Universität Strasbourg erforscht diese Phänomene vor allem an der rotäugigen Fliege Drosophila. Die Gene, die dem Fliegenembryo sagen, wo in seinem Körper künftig der Magen und wo das Hirn sich befinden sollen, sind denen ähnlich, die bei den Menschen die Abwehr in Gang setzen, z.B. Entzündungen und das Fieber auslösen.

Für seine Forschungen erhielt Jules Hoffmann, gemeinsam mit zwei weiteren Wissenschaftlern, den Nobelpreis für Medizin und Physiologie.


► Raumfahrtdesign

raumfahrtdesignWie richtet man Raumstationen ein? Welche Innenausstattung ist adäquat für Raumfahrzeuge, in denen sich Menschen auf lange Dauer einrichten? Welcher Blick auf welche Wände ist auszuhalten, wenn die wenigen Fenster des Raumfahrzeugs in größerer Entfernung von der Erde nur noch Sterne zeigen? Die Raumfahrt fordert den Beruf spezieller Designer wie in Russland der Galina Baleschowa.

Raumfahrtdesignerin Dr. Regina Peldszus, Expertin der ESA, berichtet.


► Auswandern des Denkens aus dem Gehirn

auswanderung-schirrmacherFrank Schirrmachers Buch Payback hat die öffentliche Diskussion über unsere digitale Welt verändert. Sein Untertitel lautet: “Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht wollen und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen”. Noch nie, sagt Dr. Schirrmacher, wurde die klassische Öffentlichkeit so herausgefordert wie heute von dem TSUNAMI DER INFORMATION, der über uns hinweg rollt. Er geht nicht nur vom Netz aus. Die Flut der Daten ist nämlich nur der Spiegel der noch viel unübersichtlicheren Tatsachen, die sie bezeichnen. Was tun? Wenn wir die Auswanderung des Denkens aus dem Gehirn in die Maschinen beobachten, so können wir auch umgekehrt in dem gleichen Organ immer noch Konzentrationen (Brunnen, Gärten, Kommentare) erzeugen.

Wie antwortet man wirksam auf die größte Herausforderung unserer Tage?