Heute Abend im TV: RIGOLETTO (06.01.2016, 00:45 Uhr bei News & Stories auf SAT1)

Verdis politischste Oper in Stuttgart

Die Vorlage zu Verdis RIGOLETTO war das revolutionär gesinnte, gegen die Königsherrschaft gerichtete Drama Victor Hugos: „Le roi s’amuse“ (Der König vergnügt sich). Das Drama erhielt sofort Zensurverbot für Frankreich für mehrere Jahrzehnte.

In der Inszenierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito an der Staatsoper Stuttgart wird diese politische Perspektive, um die es auch Giuseppe Verdi ging, offen gelegt. Auf diesem Hintergrund verwandelt sich die Rolle der Gilda aus einem Opfer in eine selbstbewusste, rebellische junge Frau. Ihr Vater Rigoletto, der (ohne es zu wollen) letztlich ihren Tod bewirkt, tritt auf als ehemaliger, jetzt enttäuschter Revolutionär (also nicht nur körperlich, sondern auch charakterlich „bucklig“) und als politisches Monster am Hofe eines liebeshungrigen Despoten.

In diesem Licht erscheint Verdis beliebteste Oper frisch, unbekannt und packend. Neuartig ist auch das Bühnenbild von Bert Neumann (eines der letzten vor seinem Tod) und die filigrane und souveräne Führung des Orchesters durch Sylvain Cambreling.

Ein Opernereignis in Stuttgart.

 

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neumannEnde Juli diesen Jahres starb der herausragende Bühnen- und Kostümbildner Bert Neumann. An der Seite von Frank Castorf überraschte er immer erneut durch unverwechselbare Theaterwirkungen. Er hat auch Bühnenbilder für die Staatsoper Stuttgart geliefert. Zum Abschied von diesem unwiederbringlichen Künstler zeigen wir Ausschnitte aus den von ihm ausgestatteten Opern RIGOLETTO, TRISTAN UND ISOLDE und DIE ZAUBERFLÖTE. Verdis RIGOLETTO hatte an der Staatsoper Stuttgart (eine Inszenierung von Jossi Wieler) Ende Juni 2015 Premiere.