Heute Abend im TV: LA RONDINE (07.09.2015, 0:30 Uhr bei 10vor11 auf RTL)

Lyrische Komödie (Oper) von Giacomo Puccini

Mitten im 1. Weltkrieg, im Jahr 1917, vollendete Giacomo Puccini seine Comedia Lirica RONDINE, die im Teatro di Montecarlo Premiere hatte. Puccini bezeichnet dieses Werk, das unbekannte Schönheiten enthält und das Puccini-Bild, das bekannt ist, entscheidend ergänzt, als Oper.

Rondine heißt „die Schwalbe“. Eine an die Pariser Großstadtwelt und ihre Lebenslust angepasste junge Frau ist liiert mit einem älteren, reichen Bankier. Sie verliebt sich in einen jungen Mann aus gediegener Familie. Sie gibt ihrem Bankier den Laufpass. In dem Liebesnest, das sie an der Riviera mit ihrem jungen Geliebten bewohnt (fern von ihren Freunden, fern von der Metropole, mit der Aussicht, irgendwann einmal Hausfrau zu werden) hält sie es nicht aus. Wie eine Schwalbe verlässt sie den Geliebten und kehrt zurück nach Paris.

Die selten gespielte Oper ist eine Trouvaille der DEUTSCHEN OPER BERLIN. Inszenierung: Rolando Villazón, der selber weltberühmter Tenor ist. Seine Inszenierung verwandelt Bühnenbild und Szene nach den artistischen Vorbildern des Surrealismus. Puccini erscheint auf diese Weise verblüffend modern. Ein Genuss für Auge und Ohr.

 

Alle aktuellen Sendungen der dctp finden sie online in unserem ► Catch-up Service


Sehen Sie dazu auch auf dctp.tv:

► Lucia Di Lammermoor

lammermoorFür den legendären Generalmusikdirektor Kirill Petrenko an der Bayrischen Staatsoper München war Donizettis Werk die erste Belcanto-Oper, die er dirigierte. Die Inszenierung lag bei Barbara Wysocka, einer jungen Regisseurin aus Warschau, die für die Modernität ihrer Regie bekannt ist. Die Handlung der Oper: Eine schottische Familie hat eine ältere Adelsfamilie im Bürgerkrieg enteignet. Lucia, die Tochter aus dem neuen Herrscherclan, liebt den verbannten Erben der beraubten Familie. Ihr Bruder will den Schutz der Familie verstärken indem er die Schwester einem mächtigen Feudalherren zur Braut gibt. Ein altes Thema: „Der Bruder verkauft seine Schwester“. Als die Intrige gelingt, durch Irrtum und Druck der Familie, und Lucia mit dem Potentaten verheiratet ist, ersticht sie diesen im Hochzeitsbett. Der Tat folgt die berühmte „Wahnsinnsarie“. Bei Verlust des Verstandes setzten sich Treue und der wahre Wille Lucias durch.


► Das Paar, das in die Wüste ging

paar-wuesteDie klassische Liebesgeschichte von Abbé Prevost erzählt von einem Paar, dessen leidenschaftliche Verbindung im Überschwang begann, durch die ganze Verwirrung von Gier, Schicksal, gemeinsamen Straftaten und Glücksspiel hindurch am Ende in der Wüste einer französischen Kolonie endete.

Giacomo Puccini hat diesem Stoff eine bezaubernde frühe Oper gewidmet. Der Regisseur Hans Neuenfels, der auch literarischer Autor ist, hat Puccinis Oper seinerseits in eine Erzählung verwandelt (auch mit eigenen Texten), die überraschende und sehr moderne Akzente setzt. “Abgründe des Liebeslebens”.


► LOHENGRIN in Leningrad

lohengrin-leningradGenau am 22.6.1941, dem Tag, an dem deutsche Panzerverbände in Russland einfielen, war die Premiere von Richard Wagners Oper LOHENGRIN im Mariisnki-Theater in Leningrad geplant. Die Wagner-Aufführung war noch als Höhepunkt zu Ehren des Stalin-Hitler-Paktes gedacht.

Den ganzen Tag über debattierte die Leitung des Opernhauses und die örtlichen Parteigremien der KPDSU, ob in Folge des Kriegsausbruchs mit Deutschland die durch Proben so sorgfältig vorbereitete Oper abgesagt werden sollte. Immerhin endet der letzte Akt dieser Oper mit dem Aufbruch aller „Ritter von Brabant“ nach Osten zum „Kampf gegen die Hunnen“.

Wir begleiten die Politkommissarin für Kultur, die zuständig ist für das Opernhaus, durch den aufregenden Konferenztag. Im Hintergrund die Endproben. Am Ende wurde die Premiere durchgeführt, weil sie nun einmal zur Planung gehörte. Wer immer seine Pläne konsequent durchführt, sagt die Kommissarin, dem winkt der Sieg und er gelangt bis Berlin.

Galina Antoschewskaja als Politkommissarin der Oper Leningrad.