Neu im Catch-up Service: JENUFA

Peter Konwitschny inszeniert Leoš Janáčeks Oper in Augsburg

In einem mährischen Dorf im 19. Jahrhundert. Es herrscht strenge sittliche Kontrolle auf Gegenseitigkeit. Jenufa ist schwanger. Unehelicher Vater ist ihr Halbbruder, ein leichtsinniger Mensch, Schwarm der Frauen im Ort. Wenn das Kind ohne Vater zur Welt kommt, ist Jenufa so gut wie tot.

Hauptgestalt der Oper ist die sogenannte Küsterin, die Ziehmutter Jenufas. Sie will das Schicksal Jenufas wenden. Gleich nach der Geburt ertränkt sie das Kind in einem winterlichen Gebirgsbach. Jetzt ist der Weg für Jenufa frei. Sie heiratet den anderen Halbbruder, einen soliden Menschen. Während die Hochzeit gefeiert wird, wird das tote Kind am Ufer angeschwemmt, herangebracht. Die Küsterin wird verhaftet.

Janáček hat diese Familientragödie in eine unvergleichbare Musik gebracht. Diese Musik verbindet eine Tonalität mit der melodischen Kraft Puccinis mit einer genauen Beobachtung und Wiedergabe dessen, wie Menschen in der tschechischen Sprache wirklich sprechen. In der eindrucksstarken Inszenierung von Peter Konwitschny am Theater Augsburg liegt der Höhepunkt in der Szene, in der Jenufa ahnungsschwanger von ihrem gerade geborenen Kind träumt, das in diesem Moment umgebracht wird. Die Sologeige und Jenufa treten miteinander in ein Duett, das der Zuschauer nicht vergessen wird.

► JENUFA (10 vor 11, Sendung vom 13.04.2015)


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► Das Kraftwerk der Gefühle

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Richard Wagner besitzt unter den Komponisten eine Alleinstellung. Mit ihm erfolgte der Durchbruch von der Romantik in die Moderne. In 13 Beiträgen geht es um die Vielfalt Richard Wagners.

Mit Beiträgen der Bayerischen Staatsoper München, der Staatsoper Stuttgart, des Theaters Meiningen, des Theaters Duisburg, der Staatsoper Unter den Linden Berlin. Mit Dirigenten wie Kent Nagano, Lothar Zagrosek und mit Regisseuren wie Calixto Bieito, Christoph Nel, Peter Konwitschny und Werner Schroeter.

Peter Berling spielt den Leibarzt Wagners, der dessen Todesfahrt von Venedig nach Bayreuth begleitete. Tilman Spengler berichtet über “Wagner als Familientier”. Die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, bringt unter Leitung von Frank Castorf eine Inszenierung der “Meistersinger von Nürnberg”, die man als anti-bayreuthisch charakterisieren kann.

Eine Doppelprogramm von 90 Minuten.


► Platzanweiserinnen im Bolschoi-Theater Moskau

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Ohne die Platzanweiserinnen wäre das Bolschoi-Theater (die große Oper Moskaus) verloren. Im Augenblick bereiten sich die Platzanweiserinnen auf die Premiere des “Fliegenden Holländers” von Richard Wagner vor. Niemand kann besser als sie die Handlung dieser Oper beschreiben. In der Inszenierung von Peter Konwitschny sprengt am Schluss die Heldin Senta Schiffe, Vorratshäuser und sich selbst in die Luft: Liebe ist ein Explosiv-Geschoss. Als Übersetzerin: Rosemarie Tietze.