Neu im Catch-up Service: Goethe verhindert eine Lynchjustiz



Der Dichterfürst bei der Belagerung von Mainz

Nach der Schlacht von Valmy hatte die französische Revolutionsarmee den “Pfaffenwinkel” (die rheinischen Kurfürstentümer) überrannt und die Stadt Mainz besetzt. In der Stadt wurde unter französischer Anleitung eine Republik verkündet und ein deutsch-rheinischer Nationalkonvent begründet. Die deutschen Revolutionäre nannten sich Jakobiner oder Clubbisten (weil sie in politischen Clubs tagten). Von einer österreichischen und einer preußischen Armee wurde Mainz dann belagert. Als es zur Kapitulation kam, mussten die französischen Truppen abziehen. Den zivilen Revolutionären in der Stadt drohte die Rache der aus der Stadt vertriebenen Gegenrevolutionäre.

Goethe nahm an prominenter Stelle als Beobachter an der Belagerung teil. In einem konkreten Fall, so berichtet er, warf er sich unter Lebensgefahr einer Menschenmenge entgegen, als diese einen der Jakobiner massakrieren wollte. So beschreibt er es jedenfalls in seinen Memoiren, die er Jahrzehnte später veröffentlichte.

Gustav Seibt, Historiker, Autor im Feuilleton der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG und Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und, hat Goethes Präsenz bei der Kapitulation von Mainz eine spannende Untersuchung gewidmet. Er berichtet.

Spannend und informativ.

► Goethe verhindert eine Lynchjustiz: News & Stories, Sendung vom 25.03.2015


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► Goethe als Japaner

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Scham- und Schuldgefühle gehören für Goethe zu den Untugenden, die man vermeiden soll. Er ist skeptisch gegenüber der Vergangenheitsbewältigung. Diese Haltung, sagt der Japankenner Dr. Manfred Osten, ist einer der Gründe, warum Goethe in Japan überaus populär ist und als aktuell gilt.
Goethes Biografen sprechen von einem ostasiatischen Einschlag in Goethes Seele, eventuell Überbleibsel einer Wiedergeburt.

 


► Goethe und Napoleon

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Während des Kongresses von Erfurt im Jahre 1808 befand sich Napoleon auf dem Höhepunkt seiner Macht. Fast hätte zu diesem Zeitpunkt ein Gleichgewicht in Europa entstehen können. In dieser besonderen politischen Situation traf der Kaiser den berühmten deutschen Dichter und Geheimrat GOETHE.

Dr. Gustav Seibt, Historiker und Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung, über Napoleon, Goethe und den besonderen historischen Moment, in dem sie einander begegneten: Der Mann des Gleichgewichts (homo compemsator) und der geniale Macher (homo faber).


► Das Weinen der Götter

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Die chinesische Dichtkunst und das chinesische Theater besitzen eine Überlieferung von mehr als 3.000 Jahren. Grundlegende Epen wie die von Homer finden sich in China nicht. Dafür die bezaubernden Schamanen- und Liebesgedichte des chinesischen Mittelalters und das Mongolen-Drama. Davon sind 160 Theaterstücke bekannt, unter anderem “Der Kreidekreis”, das die Grundlage für “Der kaukasische Kreidekreis” von Bertolt Brecht bildet. Auch Goethe war vom chinesischen Theater beeinflusst.

Die jüngst erschienene Gesamtdarstellung der chinesischen Dichtkunst, für die sich der führende Sinologe, Prof. Dr. Wolfgang Kubin verantwortlich zeichnet, umfasst neun Bände.