Heute Abend im TV: Die längste Schlacht der Weltgeschichte
(01.04.2015, 01:00 Uhr bei News & Stories auf SAT1)

300 Tage & 300 Nächte vor Verdun

Bereits eine Woche nach dem deutschen Angriff im Februar auf die Festung Verdun war für Strategen zu sehen, dass das Projekt gescheitert war. Trotzdem dauerte diese Schlacht länger als alle anderen. Verdun wurde zum Symbol für Irrationalität, ausgefüllt durch lauter angeblich rationale Einzelschritte.
Schon während des Geschehens, vor allem aber nach dem Krieg, haben die Verantwortlichen auf deutscher Seite die Schuldfrage an dem Desaster hin- und hergeschoben. Aus einer Denkschrift des deutschen Generalstabschefs wurde die Theorie entwickelt, es sei von Anfang an der Plan gewesen, „dem Feind an einer Stelle, an der er nicht ausweichen kann, Blut ab zu zapfen“. Man spricht daher von der „Blutpumpe von Verdun“.

Der Historiker Dr. Olaf Jessen weist nach, dass im Gegenteil das Projekt als Durchbruchsschlacht geplant war. Erst nachdem dieser Durchbruch scheiterte, wurde (als Ausrede) von der deutschen Führung behauptet, man habe gar nicht durchbrechen wollen.

Sämtliche Irrtümer und Charakterfehler einer militärischen Führung (hier sogar auf beiden Seiten) können an dieser Vernichtungsschlacht, die für keine der Seiten ein greifbares Ergebnis hatte, beobachtet werden. Im zweiten Jahr des 1. Weltkriegs: ein Laboratorium bitterer Erfahrung.

Olaf Jessen, Verfasser der „Urschlacht des Jahrhunderts“, im Gespräch.

 

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► Krieg ist das Ende aller Pläne

krieg-ist-das-endeGraf Alfred von Schlieffen, Chef des Deutschen Generalstabs, entwickelte in den Jahren bis 1905 einen vielversprechenden Plan, der dem Deutschen Reich im Fall eines Mehrfrontenkriegs (wie er 1914 ausbrach) zu einem Blitzsieg verhelfen sollte. Junge Generalstabmajore, die später in entscheidenden Positionen befehligten, versuchten vergeblich in Planspielen das Konzept ihres 70-jährigen Chefs zu bekämpfen. Stets blieb es beim deutschen Blitzsieg in Frankreich. Im Sommer 1914 verlief dann aber alles völlig anders. Dr. Gerhard Groß, Oberstleutnant und Historiker, berichtet.