Heute Abend im TV: Mit Dynamit und Morgenstern
(16.03.2015, 0:30 Uhr bei 10vor11 auf RTL)

Krieg 1917 in den Alpen

Die Kämpfe in den Alpen zwischen Österreich-Ungarn und Italien in den Jahren 1917 und 1918 gehören zu den extrem makabren Kapiteln des 1. Weltkriegs. Es ist ein Krieg wie auf einem fremden Planeten. Alles ist anders als in Flandern oder im Ostkrieg gegen Russland.

Seit der Antike gilt es als strategisch vorteilhaft, seine Truppen auf der Höhe aufzustellen und den Gegner aus der Niederung angreifen zu lassen. Wird dieses Prinzip auf die Hochalpen übertragen (die Dolomiten und das Karwendelgebirge), entsteht eine absurde Situation. In engen Höhlen, Kavernen, auf Felsen oder in Stellungen, die in Eis und Schnee gegraben sind, liegen sich die Soldaten gegenüber. Der Kampf ist entbehrungsreich, tödlich, aber jede Entscheidung ist praktisch ausgeschlossen. Eine große Rolle spielen Sprengtunnel, die von beiden Seiten gegraben werden. Wer zuerst sprengt, überlebt vielleicht. Auf engem Raum ist das Gewehr nicht zu gebrauchen. Im Dunkel der engen Höhlen benutzen die Kämpfer altertümliche Waffen wie Messer und Morgenstern.

Dem Stellungskrieg im Hochgebirge folgt dann plötzlich ein Durchbruch im Tal, das sogenannte „Wunder von Karfreit“, in dem Erwin Rommel, der im 2. Weltkrieg in Afrika kommandieren wird, seine ersten Taten vollführt.

Der Militärhistoriker Dr. Markus Pöhlmann vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam kommentiert eine der merkwürdigsten Szenerien des 1. Weltkriegs.

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► Schussfahrt auf Befehl

SchussfahrtGrößte französische Eisenbahnkatastrophe im Dezember 1917. Symbolisches Unglück: Nach der Schlacht am Isonzo in Italien fahren französische Soldaten vor Weihnachten in drei Urlaubszügen in den Alpen zur Passhöhe der Grenzstation St. Cenis hinauf. Dort werden die Waggons aneinander gekoppelt und von nur einer Lokomotive talwärts gefahren. Die Bremskraft der Lokomotive reicht nicht aus. Das Schwergewicht der Waggons lässt den Zug ins Chaos rasen.

 


► Nachrichten vom Großen Krieg 1914 – 1918

1914-1918Dieser Große Krieg ist ein Laboratorium bitterer Erfahrung. Das historische Geschehen war lange Zeit durch Propaganda (aller Seiten) und durch den 2. Weltkrieg überlagert. Viele Einzelheiten werden erst jetzt durch neueste Forschungen bekannt.

Der renommierte Historiker Prof. em. Dr. Gerd Krumeich ist einer der Herausgeber der ENZYKOPÄDIE 1. WELTKRIEG. Sein packender Bericht zeigt, wie wenig man von diesem „Unfall der Geschichte“ weiß. Auch die Menschen, die den Krieg auslösten und in ihm kämpften, hatten kein Übersicht. Alle glaubten an einen kurzen Krieg. Sie gingen davon aus, Weihnachten 1914 wieder zuhause zu sein.