Neu im Catch-up Service: Ein Virus, das aus dem Dschungel kam

Prof. Dr. med. Alexander S. Kekulé über Ebola

Der Ausbruch der Virus-Epidemie in mehreren Ländern Westafrikas hat die Welt schockiert. Beginnend mit einer langen Inkubationszeit, in der das Virus sich in Immunzellen und in der Leber der Opfer versteckt hält und auch durch Tests nicht erkennbar ist, dann mit Fieber und Erbrechen und zuletzt mit Auflösung der inneren Organe und meist letalem Ausgang, gehört das Ebola zu den grässlichsten bekannten Infektionen und schafft für die Staaten, in denen sie ausbricht, Zustände ähnlich der Pest im Mittelalter.

Das Virus existierte seit Jahrtausenden in Afrika unabhängig von den Menschen. Für die Wirtstiere, die es bewohnte, war es ungefährlich. Vermutlich ist es durch Verzehr von Flughunden, die in Afrika als delikates Buschfleisch gelten, auf die Menschen übergesprungen. Bei früheren Ausbrüchen der Krankheit führten die körperliche Lähmung der Erkrankten und der schnell eintretende Tod dazu, dass sich die Infektionsherde nicht großräumig ausbreiteten. Das war bei dem jüngsten Ausbruch, weil die Infektion rasch Ländergrenzen überschritt, anders. Die Vernetzung der Welt durch Fluglinien und globale Kontakte macht das Virus „flügge“ und zu einer Bedrohung praktisch an jedem Ort der Welt.

Das Virus ist an den menschlichen Körper von seiner Natur her nicht angepasst. Es ist durch den Übersprung auf die Menschen in eine fremde Welt geraten, hat sich gewissermaßen „verirrt“. Daher die Aggressivität und der dominant tödliche Ausgang, der für die Evolution des Virus an sich von Nachteil ist. Auch wenn ein Impfstoff gefunden und tatsächlich an die unmittelbar Erkrankten herangebracht werden kann, ist das „Virus, das aus dem Dschungel kam“ längst nicht endgültig gezähmt. Als archaisches RNA-Virus besitzt es eine extrem hohe Mutationsrate und verändert sich ständig. 100.000 Generationen des Virus sind eine Sache von wenigen Monaten. 100.000 Generationen des Menschen würden eine Zeit von 2 Millionen Jahren brauchen. Das Virus, vor allem in der verborgenen „schwelbrandähnlichen“ Form „läuft den Gegenmaßnahmen der Gesundheitsbehörden davon“.

Der Virologe Prof. Dr. med. Alexander S. Kekulé ist Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Universität Halle-Wittenberg. Er gehört zu den Virus-Experten, die in der Welt Geltung besitzen. Er berichtet.

► Ebola – Ein Virus, das aus dem Dschungel kam (News & Stories vom 11.02.2015)


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► Supermacht der Viren

supermachtÜber die evolutionäre Rasanz der kleinsten Lebenssplitter: der Viren. Deren Evolution existiert parallel zu derjenigen der Lebewesen, die aus ganzen Zellen bestehen. Zugleich ist verblüffend, wie die Welt der Viren und die der Tiere ineinandergreifen. Viren sind Motoren des Fortschritts, nicht nur Feinde­.

 
 
 
 


► Die Welt braucht Afrika!

welt-braucht-afrikaAls Historiker, Autor, und Chef einer Stiftung, die sich der Zukunft Afrikas widmet, hat sich der Königssohn Prinz Kum´a Ndumbe III. in Frankreich und Deutschland einen Namen gemacht. Die Republik Kamerun ist sein Vaterland. Er berichtet von der bitteren 400-jährigen Unterdrückung durch die Kolonialmächte und vom reichen spirituellen Erbe Afrikas.

 
 


► Parasit ohne Gnade

malariaAlexander der Große, Oliver Cromwell, Friedrich Schiller, der Prophet Mohammed und viele andere Berühmtheiten starben an Malaria. Wer körperlich wenig zuzusetzen hat, stirbt am leichtesten. Insofern ist Malaria besonders tödlich in Ländern der Armut, zumal sich die Menschen selbst die relativ günstigen Medikamente nicht leisten können. Armut ist daher für Schirmer die größte kollektive Schande der Gegenwart.

Das zähe Überleben, die Verwandlungskunst dieses Parasiten, sein Kreislauf über mehrere Wirte, sind ein Beispiel für den Einfallsreichtum der Evolution. Prof. Dr. med. Heiner Schirmer von der Universität Heidelberg über den Parasiten ohne Stolz und ohne Gnade: den Malaria-Erreger.

Schirmer wendet sich auch gegen Erkenntnisse der Genomforschung, die eine Heilung von Erbkrankheiten möglich machen soll. Denn viele so genannte Erbkrankheiten sind gleichzeitig ein Schutz gegen andere Krankheiten. 400 Millionen Menschen weltweit haben etwa einen bestimmten Enzym-Mangel. Würde man diesen schlagartig beheben, wäre die Malaria noch wesentlich gefährlicher.


► Afrika zwischen Krise und Utopie

afrika-kriseAfrika, der unterschätzte Kontinent, zeigt eine von der übrigen Welt getrennte Entwicklung. Mehrere Wirtschaftsgemeinschaften, ähnlich der Europäischen Union, verbinden die verschiedenen regionalen Ländergruppen Afrikas. China, Frankreich und die USA konkurrieren in diesem Weltteil um Einfluss.

Dr. Benedikt Franke, Fellow der Oxford University und Mitarbeiter der Münchner Security Conference über den unterschätzten Kontinent.

 


► Der Schweinegrippe-General

general-grippeAufregung, aber auch kühner Sinn im Pentagon. Generalmajor Mike Colins (Helge Schneider) fürchtet keine äußeren Feinde. Es ist jetzt aber ein innerer Feind hinzugetreten. Die Schweinegrippe. Der Virus kann sich mit anderen Virensorten (Feinden) verbinden und stellt den militärischen Sachverstand vor völlig neue Probleme.

 
 
 


► Fünfte Kolonne der Viren

fuenftekolonne-virenViren waren wahrscheinlich die erste Form des Lebens auf der Erde überhaupt, wir sind also deren Nachfahren. Seit Äonen begleiten sie die Entwicklung der Pflanzen, Tiere und von uns Menschen. Sie sind immer schon da: in uns und um uns herum. Es gibt mit Sicherheit einige 10 000 Viren, die dem Menschen gefährlich werden können. Bei der Vogelgrippe, der Schweinegrippe und der Spanischen Influenza zeigen sie sich wandlungsstark und immer erneut gefährlich.

Innerhalb von Minuten können sie nicht nur gemeinsam eine Zelle befallen. Sie können auch – wie Soldaten – ihre je eigenen Waffen austauschen.
Der Mikrobiologe Prof. Dr. Alexander Kekulé über die Fünfte Kolonne der Viren. Sie sind Gegner, die wir nie endgültig besiegen können und zugleich bilden sie unsere ältesten Vorfahren.

Die Fünfte Kolonne nannte man im Spanischen Bürgerkrieg einen Gegner, der schon längst im Inneren der Republik angekommen ist, während man noch glaubte, dass die Kämpfe an der Front stattfinden.


► Achterbahn der Gefühle in Afrika

achterbahnNoch vor 100 Jahren bestand der riesenhafte Kontinent Afrika im Wesentlichen aus Kolonien. Die modernen Nachfolgestaaten suchen noch immer nach ihrer Identität. Bartholomäus Grill, Afrikakorrespondent der Wochenzeitschrift DIE ZEIT, bezeichnet in seinem Buch “Ach, Afrika” Afrika als “fragilen Kontinent”. Sowohl die Hoffnungshorizonte sagt er, wie die Absturzchancen werden unterschätzt. Bartholomäus Grill über den “fragilen Kontinent”.