Neu im Catch-up Service: Aristoteles, Steuermann des Denkens



Hellmut Flashar über den zeitlosen Realisten

Aristoteles, jünger als Plato, stellt dessen Ideenlehre vom Kopf auf die Füße. Seele und Sinn liegen nicht im Ideenhimmel, sondern inmitten aller Einzelheiten und Besonderheiten unserer Welt. Philosophie ist nicht allgemein, sondern konkret.
Das reiche Erbe, das in den Werken von Aristoteles niedergelegt ist (nur etwa die Hälfte seiner Texte blieb erhalten) erreichte Europa im Hochmittelalter, nicht direkt aus der Antike sondern über die arabischen Philosophen Spaniens. Ein erneuter Aristoteles-Schub fand in der Renaissance statt, als – nach Einnahme ihrer Stadt durch die Osmanen – wichtige Gelehrte aus Byzanz nach Italien flohen. Überraschend ist vor allem die Modernität im Denken des Aristoteles.

Der Philologe und Aristoteles-Forscher Prof. Dr. Hellmut Flashar berichtet über den zeitlosen Realisten.

Spannend und informativ.

► Aristoteles, Steuermann des Denkens (News & Stories, Sendung vom 18.02.2015)


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► Die Weltgeschichte der Sklaverei

weltgeschichte-sklaverei

In der Geschichte der Menschheit war Sklaverei lange Zeit der Normalzustand. Aristoteles hielt sie für gerechtfertigt. Nur eine Minderheit bekämpfte sie in der aufkommenden christlichen Kirche. Später war der Sklavenexport von Afrika in den Nahen Osten und nach Asien zeitweise umfangreicher als der nach Amerika.
Prof. Dr. Egon Flaig, Althistoriker an der Universität Greifswald und Autor des Buches WELTGESCHICHTE DER SKLAVEREI, berichtet.


► Mimesis und Mimikry

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Arbeitsschwerpunkt von Prof. Dr. Peter Berz, Universität Wien, ist die Wissens- und Kulturgeschichte und zwar, wie er sagt, in einer vor-, nach- und anti-darwinistischen Perspektive. Das ist zugleich die Beobachtungsweise des legendären Strukturalisten Lévi-Strauss.

Besonders interessieren Peter Berz die MIMIKRY (Signalfälschung von Pflanzen oder Tieren, die für das eigene Überleben vorteilhaft ist) und die MIMESIS (literarisches Ideal der “Einfühlung” seit Aristoteles). Die verblüffende Beobachtung von Peter Berz ist hierbei, dass Mimikry in der Biologie auch dann ausgeübt wird, wenn sie nicht dem Überlebenskampf, sondern der persönlichen Auszeichnung dient, also quasi künstlerisch angewendet wird.

Die biologische Natur, behauptet Peter Berz, ist eine Poetin.