Neu im Catch-up Service: Der Club der grauen Männer

Dr. Julia Laura Rischbieter: wer oder was reguliert die Finanzmärkte?

Weder die Finanzkrise noch die funktionierenden Finanzmärkte wird man verstehen, wenn man nur die Institutionen (Börse, Weltwährungsfonds, Bankenaufsicht, G20-Gipfel und Davos) betrachtet. Die wesentlichen Einflüsse sind immer auch persönlich und über Bekanntschafts- und Vertrauensverhältnisse (auch Misstrauensverhältnisse) geregelt.

In der zweiten Reihe der großen Konferenzen und Institutionen sitzen, sagt die Wirtschaftshistorikerin Dr. Julia Laura Rischbieter, die grauen Männer. Sie sind die wahren Entscheider. Ihre Geschichte muss man schreiben.

Spannend und informativ.

► Der Club der grauen Männer – 10vor11, Sendung vom 13.10.2014


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► Geld und Charakter

geld-und-charakterDie Beziehung zwischen Reichtum und Geld auf der einen Seite und dem menschlichen Charakter auf der anderen Seite wird in den verschiedenen Jahrhunderten sehr unterschiedlich betrachtet. Im Mittelalter und der Neuzeit gibt es das Bild der soliden Bankiers (wie die Fugger), aber auch das des Geizhalses und des Wucherers. Die Melancholiker, in ihrer Abstinenz gegenüber dem Genuss, erscheinen als Gegenteil des Prassers und daher zu Geld und Verfügungsmacht über Reichtum zu passen. Die in der Literatur, den Lebensläufen und der öffentlichen Meinung um 1900 beobachteten Charaktereigenschaften sind davon verschieden. Der Soziologe Max Weber und der Philosoph Georg Simmel, der eine Theorie des Geldes schrieb, portraitieren neuartige Charaktere, die in Staat und Wirtschaft vorherrschen. Am Sockel reicher Familien gibt es aber auch die Dandys und die Spieler. Es entsteht der Typ, der das Spekulationsgeschäft beherrscht. Auf der anderen Seite sind die Gründer von Industrien und die Eisenbahnkönige durch das Objekt, mit dem sie umgehen, auf Charakterzüge der Kontinuität angewiesen.

Was sind Kennzeichen heutiger Charaktere, die mit Geld und wirtschaftlicher Verfügungsmacht umgehen? Sie sind, sagt der Literaturwissenschaftler Joseph Vogl von der Humboldt-Universität zu Berlin, durch die Veränderungen der Raumwelten und vor allem der Zeitwelten auf unserem Planeten im 21. Jahrhundert geprägt. Auf die Fähigkeit, mit diesen kollektiven „Zeitschwingungen“ (als Beschleuniger oder Verlangsamer) umzugehen, kommt es für Führungskräfte an. Hier entscheidet sich ihre Modernität. Ein Problem liegt darin, dass an das Führungspersonal widersprüchliche Anforderungen gestellt werden, deren Erfüllung sich ausschließt. Hier treten, sagt Vogl, „Masken der Humanität“ an die Stelle des Charakters.

Begegnung mit Joseph Vogl, dem Verfasser von DAS GESPENST DES KAPITALS.

Spannend und informativ.


► Der blinde Fleck im Auge der Banken

blinde-fleckAm 15. September 2008 stürzt Lehman Brothers ab. Mit sehr anschaulichen Metaphern erklärt der Soziologe Dirk Baecker, wie es zum Zusammenbruch dieser Privatbank kommen konnte. Gleichzeitig erläutert er damit die Probleme, die Risiken und die Bedeutung von Vertrauen sowohl im gesamten Finanzsystem als auch in verschiedenen Konstellationen einzelner Akteure.

Wie verhalten sich intelligente Akteure in einem Labyrinth? Wie handeln Banken in der Krise? Auf was kann man sich verlassen?
Der Sturz von Lehman Brothers und die Kollateralschäden, die die Bankenkrise auslöste, bilden eine Herausforderung an sämtlichen traditionellen Lehrmeinungen in der Ökonomie und in der Soziologie.

Dirk Baecker, Soziologe an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen, über die Frage: Worauf kann man vertrauen? Worauf kann man auf keinen Fall vertrauen?


► MSC: Wieviel Krisen verträgt die Welt? (Doppelprogramm, 90 Minuten)

sicherheitskonferenz-kissingerAuf der Münchner Sicherheitskonferenz versammeln sich in jedem Jahr die für die Sicherheit in der Welt verantwortlichen Politiker, Militärs und Experten (neuerdings auch zunehmend führende Wirtschaftler) im Bayrischen Hof. Die Konferenz bildet eine einmalige politische Öffentlichkeit, in der Teilnehmer, die sonst oft Gegner sind, miteinander debattieren. Die vertraulichen Gespräche am Rande der Konferenz sind oft ebenso wichtig wie die öffentlich geführten Diskussionen.

Aus Anlass des Jubiläums der Konferenz zeigt die vorliegende Doppelsendung Momenteindrücke aus den Jahren 2000 bis 2014. Unter Mitwirkung von Wolfgang Ohlert, Dr. Anton Hofreiter, dem österreichischen Außenminister Sebastian Kurz, Henry Kissinger, Jamie Shea, Dimitri Rogosin, Admiral Edmund P. Giambastiani, Christophe Keckeis, Thomas Schmid, dem Konferenzarzt Dr. med. Günter Hauf, Botschafter Julij A. Kwizinskij., Richard Perle („Prince of Darkness“), U.S.-Senator Sam Nunn (aus der Gruppe der „Apokalyptischen Reiter“), Botschafter Richard Burt, Botschafter Richard Holbrook und einem Beitrag von Helge Schneider zum Thema: „Das Bohren harter Bretter“.


► Wie lange haben wir noch Zeit?

wielangenochWenn es Unternehmen gibt, die so groß sind, dass man sie nicht pleitegehen lassen darf, dann ist das ein grundsätzlicher Fremdkörper in der Marktwirtschaft. Deswegen plädiert Harald Schumann dafür, solche Unternehmen sehr stark zu kontrollieren.

Die starken Echos der Finanzkrise überdecken, dass sich die Probleme auf unserer Erde auch auf anderen Gebieten häufen. Der globale Countdown fordert die Verständigung über eine neue Weltordnung. Diese setzt eine nachhaltig stärkere Beteiligung und Eigeninitiative der Bürger voraus. Und zwar auf der Ebene, auf der sie sich auskennen. Erste Hinweise auf ein solches Bürger-Engagement hat Schumann auch schon ausgemacht.


► Kapitalismus ist keine Einbahnstraße

einbahnstrasse-kapitalHilmar Kopper, geboren 1935, war Sprecher des Vorstands der Deutschen Bank und im Anschluss daran Vorsitzender von deren Aufsichtsrat. Die Abschnitte seines Lebens liegen in Zeiten, die sich rasch veränderten.

Wie beurteilt er aufgrund seiner Erfahrung die Finanzkrise, die wir heute erleben? Was ist der Kern des Bankgeschäfts? Was ist daran in Veränderung begriffen? Oder gelten die alten Tugenden? Hilmar Kopper stellt fest: “Kapitalismus ist keine Einbahnstraße”.

 


► The Yes Men (re:publica 2014)

yesmenThe YES MEN have been doing their hare to change the world as activist and artists over the past decade. During their opening key note at re:publica the YES MEN will reflect how their activist strategies have changed over the years, with changing media realities and digital tools for identity correction. They will also give a sneak preview to their new projects and discuss how their work goes hand in hand with their political work.
Opening Keynote und Interview mit Philip Banse