Wieder online: Dezember 1989 (13 Filme)

mauerfall

Eine der ersten Themenschleifen auf dctp.tv setzte sich mit den Ereignissen im Dezember 1989, die schließlich zur deutschen Wiedervereinigung führten, auseinander. Anlässlich des Jubiläumsjahres 2014 – 25 Jahre Mauerfall – haben wir das Thema zurück ins Programm genommen:

 

► Dezember 1989 – Deutschland nach dem Mauerfall (13 Filme)

Die Phase nach dem Mauerfall ist eine Zeit des historischen Konjunktivs: Wohin führt die Situation des Umsturzes in der DDR die beiden deutschen Staaten? Die britische Premierministerin Margaret Thatcher beschwört das “Vierte Reich” am Horizont herauf. Dagegen strebte das US-Außenministerium nach der Wiedervereinigung. Der französische Präsident Mitterrand hoffte, die DDR als eigenständigen Staat in die Europäische Union zu integrieren. Währenddessen muss Gregor Gysi als neuer SED-PDS-Vorsitzender im Eiltempo die Staatsführung lernen.

13 Filme mit Beteiligten der Umbruchphase, in der die Entwicklung jegliche Planung überholte.


► Im Zentrum des Organs wusste keiner was

zentrum-orkanWalter Momper, geboren 1945, befand sich im November 1989 als Regierender Bürgermeister von West-Berlin in unmittelbar verantwortlicher Position. Er ist Politiker, aber zugleich ist er auch Historiker. Mit beiden Richtungen seines Interesses hat er das Geschehen beobachtet.

 
 
 
 


► Was wäre gewesen wenn…

was-wennIn der Schlussphase der DDR hätte es eine Chance gegeben, die DDR als intaktes Musterland der EU (und nicht als Teil der Bundesrepublik) neu zu konstituieren. In Analogie zum Saarstatus und nach dem Grundgesetz wäre das im Dezember 1989 möglich gewesen.

Der international erfahrene Unternehmensberater Roland Berger, involviert in viele Sanierungsfälle in den deutschen Bundesländern, berichtet.

 
 


► Wie verhindert man das “Vierte Reich”?

viertes-reichDie britische Premierministerin Margaret Thatcher war entschieden gegen einen Anschluss der DDR an die Bundesrepublik.

Sie befürchtete ein “Viertes Reich”. Den ganzen Dezember über agitierte sie gegen die Wiedervereinigung Deutschlands – gegen die Tendenz ihres Außenministers. In einer Allianz Englands mit Frankreich wollte sie die DDR als unabhängigen Staat erhalten, und sei es, dass man sie an die EU anschließt.

 
 


► Das Auge der USA

auge-usaEine der dramatischsten Zeiten in der Weltgeschichte war der Dezember 1989. Wesentliche Ereignisse handelten in der Hauptstadt der DDR. War das eine Revolution? Drohte ein Bürgerkrieg? War eine Konfrontation der Großmächte möglich?

Botschafter J. D. Bindenagel, heute Vizepräsident an der DePaul University in Chicago, war Gesandter der USA in Berlin. Als aufmerksamer Beobachter berichtet er von dem Geschehen.

 


► Bis wann war die NVA kriegstüchtig?

nvaBis kurze Zeit vor der Wende war die Nationale Volksarmee (NVA) in den Warschauer Pakt und dessen Strategien so integriert, dass sie in einem Konfliktfall gegen den Westen marschiert wäre. Erst im Oktober 1989 war klar, dass sich eine Katastrophe wie die auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking nicht wiederholt.

 
 


► Gegen den Strom

Gysi gegen den StromIm Dezember 1989 wird der junge Rechtsanwalt aus der DDR, Gregor Gysi, überraschend zum Vorsitzenden SED-PDS gewählt. Es ist eine Zeit der Auflösung.

Jede der bewaffneten Fraktionen in der DDR wäre anfänglich in der Lage gewesen, ein Chaos auszulösen, sagt Gregor Gysi. Er berichtet über seine ersten Tage im Amt, sein erstes Telefonat mit Gorbatschow, den Besuch Mitterrands, die Umstände, unter denen ein Politiker in der Zeit der Auflösung zu arbeiten hatte.

 


► Aus dem Tageslauf eines DDR-Spitzenpolitikers

spitzenpolitikerEgon Krenz war für sieben Wochen Generalsekretär der SED. In dieser Phase der historischen Entscheidung musste er ständig auf sich verändernde Situationen reagieren.

 
 
 
 
 
 


► Der letzte Tag der DFF-Länderkette

länderketteDFF-Länderkette war die Bezeichnung für die Arbeitsstätte von 15.000 Rundfunk- und Fernsehschaffenden des letzten Senders der ehemaligen DDR. Dieser Sender hatte sich nach der Wende personell und in der Fernseharbeit gewandelt.

Im Einigungsstaatsvertrag erhielt er die Bezeichnung “die Einrichtung”. Dies ist der letzte Tag der DFF-Länderkette. Eine Silvestershow wird noch vorbereitet. Als die “Aktuelle Kamera” ihre letzte Sendung noch nicht abgeschlossen hat, werden die Übertragungsnetze bereits auf “1 Plus” umgeschaltet. Ein ruppiger Abgang. Der Fernsehbeauftragte Mühlfenzel hält die Abschiedsansprache.

 


► Ein himmelblauer Trabant

trabant“Ein himmelblauer Trabant rollte durch’s Land mitten im Regen”. Diesen im Osten populären Schlager kannte niemand im Westen.

Katrin Sass, Schauspielerin und Sängerin, über ihr Leben, ihre Filme und ihre Chansons. In dem Film “Goodbye Lenin” ist sie die Protagonistin. Katrin Sass berichtet und singt.

 
 


► Turm in der Schlacht

turmIn Dresden verteidigt sich über die Jahrzehnte in einem Villenviertel eine Gesellschaft bürgerlicher Menschen. Inmitten der Planwirtschaft der DDR kämpft sie für ihr Eigenleben. Davon handelt der Roman von Uwe Tellkamp, der auf Anhieb zum Buch des Jahres wurde und auf dem Wege ist, “ein Volksbuch zu werden” (Gustav Seibt).

Wie zeitlos sind und wie viel Achtung fordert ein Biotop von Menschen uns ab, die sich gegen ihren Untergang so vehement wehren? Uwe Tellkamp über sein Buch “Der Turm” im Suhrkamp Verlag, das den Deutschen Buchpreis 2008 erhielt und zum Bestseller wurde.

 


► Mann ist Mann

mann-istEin Offizier der Nationalen Volksarmee, in die Warteschleife gesetzt und dann endgültig aus dem Dienst entlassen, entschloss sich zu einem Karriereschritt. Als Ehemann der Tochter einer rheinisch-kapitalistischen Dynastie kommandiert er statt über Truppen über Kapitalien.

Ein Offizier und Gentleman? Ein Gigolo? Ein Experte? Die Lehrbücher, aus denen er seinen Marx gelernt hat, passen auf das neue Gebiet hervorragend. Ein Patriot, so wie er es einmal in dem untergegangenen Staat war, möchte er nicht noch einmal werden.

Peter Berling als Major a.D. Emil Stuntze.

 


► Das Gespensteressen

gespensteressenDer langjährige Korrespondent der französischen Zeitung “Le Figaro” berichtet von dem Gespensteressen, das Präsident Mitterrand und seine Delegation mit den bereits machtlosen Spitzenfunktionären der DDR während seines Staatsbesuchs vom 20. bis zum 22.12.1989 in der Hauptstadt der DDR absolvierte.

 
 
 
 

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