Heute Abend im TV: Gewalt. Die dunkle Seite der Antike (13.04.2014, 0:30 Uhr auf SAT1)

Althistoriker Prof. Dr. Martin Zimmermann berichtet

Die Klassiker haben die Antike als ein Reich des „Guten, Wahren, Schönen“ nachgezeichnet. Es gibt aber auch die dunkle Seite der Antike. Sie handelt von Grausamkeit und Gewalt. Diese Traditionen ziehen sich von Babylon nach Griechenland und nach Rom. Dabei beruht die Erzählung von den Gewalttaten einerseits auf Wirklichkeit, andererseits aber auch auf dem Wunsch, die Macht großer Herrscher auszuschmücken. Gewalt galt als Ornament der Macht.

Kein Althistoriker hat so gründlich wie Prof. Dr. Martin Zimmermann von der LMU München diese Abgründe der Antike durchforscht. Er berichtet.


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► Katastrophen in der Antike

Katastrophen in der AntikeErdbeben, Feuersbrünste, gewaltsamer Tod von Herrschern, Bürgerkrieg und Finanzkrisen bilden in der Antike den Kern der Geschichtsschreibung. Bei dem Untergang von Herculaneum und Pompeji starb der Wissenschaftler Plinius der Ältere, weil er sich zu neugierig mitten in der Katastrophe an den Vulkan heranwagte. Die erste exakte Beschreibung eines gewaltigen Tsunamis vor Kreta stammt von dem Historiker Ammianus Marcellinus. Zu Unrecht wurde Kaiser Nero verdächtigt, er habe Rom in Brand gesetzt, weil er diesen Großbrand mit dem Brand von Troja verglich und die Stadt großzügig neu wiederaufbaute (so als hätte er sich gewünscht, sie durch den Brand loszuwerden). Der reichste Mann Roms, Crassus, unterhielt eine Feuerwehr, welche die häufigen Brände in den Randbezirken Roms nur löschte, wenn der Hausbesitzer ihm zuvor das Grundstück verkaufte. Die Welt der Antike wird lebendig, wenn man ihre Katastrophen betrachtet.

Der Althistoriker Prof. Dr. Holger Sonnabend, Universität Stuttgart, berichtet.


► Heiner Müller über Trojas Untergang

Tojas UntergangDer Führer der Nachhut, in Troja, der Held Aeneas, trägt das Unglück der Stadt an seinen Sohlen. Er flieht zur Königin Dido von Karthago. Diese stirbt durch ihn. 300 Jahre später sterben auch die Elefanten vor Karthago durch das von Aeneas begründete Rom. Metapher des Dramatikers Heiner Müller.