Heute Abend im TV: Die Royal Navy & die Ordnung der Welt
(17.03.2014, 0:30 Uhr auf RTL)

Sie segelten los, die Schöpfung zu perfektionieren

Die Royal Navy, die unter Nelson bei Aboukir und Trafalgar die Weltgeschichte für England und gegen Napoleon entschied, war kein bloßes Kriegswerkzeug. Sie war, vor allem nachdem sie die Meere beherrschte, auch eine Zivilisations-maschine. Sie beendete den Sklavenhandel. Sie brachte die Erdbeeren erstmals nach Tahiti, transportierte die Brotfrucht, als Nahrung der Sklaven und der Armen, in die Karibik. Viele ihrer Kapitäne befassten sich mit Erderkundung wie der Kapitän Cook, der bei einem dieser Abenteuer tragisch umkam. Die höchste Auszeichnung für einen Kapitän der Royal Navy war es, einen Vortrag vor der Royal Society zu halten, also vor den Wissenschaftlern. Bei der Gründung Griechenlands 1829 kämpfte die Royal Navy gegen die osmanische Flotte, während zur gleichen Zeit griechische Piraten in ihrem Rücken, englische Schiffe ausraubten. So musste die Royal Navy die erste Sanierung des freien Griechenland in Angriff nehmen.

Das britische Empire hatte drei ganz verschiedene Epochen. Die mittlere, von 1783 bis 1860, ist die interessanteste. Sie enthält die Geschichte des INFORMAL EMPIRE. Dieses Weltreich beruhte primär auf Warenverkehr, Wissenschaft, Geografie und der Fähigkeit Regeln zu setzen und Wertvorstellungen des eigenen Landes in fremde Köpfe (z.B. von Südseeinsulanern) ohne direkte Gewalt einzupflanzen.

Prof. Dr. Julia Angster, Universität Mannheim, ist Spezialistin für die Neuere Geschichte Englands. Sie berichtet. Spannend und informativ.

Literaturempfehlung:
Julia Angster – Erdbeeren und Piraten

piraten-dctpDie Royal Navy und die Ordnung der Welt 1770-1860

Die Royal Navy Weltaneignung durch Wissen Machtpolitik auf den Meeren wie sich Großbritannien seine Weltmachtstellung im 19. Jahrhundert sicherte.Die Royal Navy war im frühen 19. Jahrhundert auf allen Weltmeeren präsent. Sie war nicht nur ein Instrument der Seekriegsführung, sondern auch dafür zuständig, die Wildnis Tasmaniens in einen Garten zu verwandeln und den malaysischen Piraten die Landwirtschaft nahezubringen. Die Vermessung der Welt, die “Verbesserung” der Natur und die Eingriffe in die Rechtsvorstellungen und Lebensweisen anderer Kulturen waren Teil einer globalen maritimen Ordnungspolitik, die die Grundlage für Großbritanniens imperiale Weltmachtstellung im 19. Jahrhundert legte. Diese Form der Machtpolitik basierte vor allem auf der Aneignung und Anwendung von Wissen. Das Buch ist die erste deutschsprachige Studie zur Rolle der Royal Navy in der europäischen Übersee-Expansion des 18. und 19. Jahrhunderts.

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