Veranstaltung: STADT – RELIGION – KAPITALISMUS
(03.04. bis 06.04.2014, Haus der Kulturen der Welt, Berlin)

Wendepunkte der Zivilisation

stadt-sennettSTADT – RELIGION – KAPITALISMUS – ohne diese drei Grundkonzepte lassen sich unsere Gesellschaften, wie sie heute sind, nicht begreifen. Sie sind zentrale Referenzpunkte für unzählige wissenschaftliche wie kulturelle Disziplinen.

Der Filmemacher, Autor und Fernsehproduzent Alexander Kluge und der Soziologe und Autor Richard Sennett lassen entlang zentraler Wendepunkte und zukunftsweisender Entwicklungen in diesen drei Themenfeldern die Geschichte der Menschheit Revue passieren.

Programmatische Klammer für die prominent besetzten Dialoge und Gesprächsrunden bildet eine Werkschau aus dem umfassenden Schaffen von Alexander Kluge. Der Filmemacher wird eine Filmreihe präsentieren, die er gemeinsam mit der BBC zu den Themata produziert hat. Alle Gespräche aus dem HKW werden von Alexander Kluge für seine Sendungen im deutschen Privatfernsehen aufgezeichnet und im Laufe des Jahres 2014 ausgestrahlt.

Donnerstag, 3. April 2014
18 – 20 Uhr „Die Entstehung der Zivilisation aus Paradies und Terror und das Prinzip Stadt”, Filmprogramm von Alexander Kluge
20 Uhr  „Das Prinzip Stadt” Podiumsgespräch mit Richard Sennett und David Chipperfield, moderiert von Alexander Kluge und Bernd Scherer, anschließend Kommentare von zwei Nachwuchsakademikern und Öffnung zum Publikum
Freitag, 4. April 2014
10 – 13 Uhr Interner Workshop zum Thema „Stadt” mit Richard Sennett und David Chipperfield sowie den 30 Nachwuchsakademikern
13:30 Uhr Gemeinsames Mittagessen in der Alfred Herrhausen Gesellschaft
18 – 20 Uhr „Als die Himmel noch miteinander sprachen. Das Ringen der Religionen in der Spätantike” Filmprogramm von Alexander Kluge
20 Uhr „Das Prinzip Religion” Podiumsgespräch mit Angelika Neuwirth und José Casanova, moderiert von Alexander Kluge und Bernd Scherer, anschließend Kommentare von zwei Nachwuchsakademikern und Öffnung zum Publikum
Samstag, 5. April 2014
10 – 18 Uhr „Die Weltgeschichte in 100 Objekten” Filmprogramm von Alexander Kluge
10 – 13 Uhr Interner Workshop zum Thema „Religion” mit Angelika Neuwirth und José Casanova sowie den 30 Nachwuchsakademikern
13 Uhr Mittagessen im HKW
18 – 20 Uhr „Früchte des Vertrauens. Finanzkrise, Adam Smith, Keynes, Marx und wir selbst. Auf was kann man sich verlassen?” Filmprogramm von Alexander Kluge
20 Uhr „Das Prinzip Kapitalismus” Podiumsgespräch mit Saskia Sassen und Joseph Vogel, moderiert von Alexander Kluge und Bernd Scherer, anschließend Kommentare von zwei Nachwuchsakademikern und Öffnung zum Publikum
Sonntag, 6. April 2014
10 – 13 Uhr interner Workshop zum Thema „Kapitalismus” mit Saskia Sassen und Joseph Vogl sowie den 30 Nachwuchsakademikern
Weitere Informationen:

hkw-2Tagesticket: 8€/6€
Zweitagesticket: 12€/10€
Einzelticket: 5€/3€ (Schüler und Studierende frei)
Do, 3.4., Eintritt frei
Sa, 5.4., 10-18, “Die Geschichte des Menschen”, Eintritt frei

—> STADT – RELIGION – KAPITALISMUS: Programmseite des HKW

—> Wendepunkte der Zivilisation: Projektflyer des HKW (PDF)


Sehen Sie dazu auch auf dctp.tv:


► In der zweiten Natur: Shanghai – Eine Stadt im Umbruch


Als Zweite Natur bezeichnet man die von den Menschen gemachte moderne Welt. Eine Konferenz von Architekten und Soziologen beschäftigte sich in Shanghai mit der explosiven Entwicklung von Großstädten wie Lagos, New York, Mexiko City und eben Shanghai.

Der amerikanische Soziologe Richard Sennett berichtet aus einem Viertel in Shanghai: eine Art zum Leben und zum Arbeiten, in sich geschlossen. Dieses Viertel soll abgerissen werden – mit dem Willen der dort lebenden Menschen.


► Lichtadern – Neue Religiosität in den USA


Der Soziologe Richard Sennett weist auf die Neugründung eucharistischer Gemeinden in den USA hin. Die Aufwertung der Religion gilt besonders für Hausbesitzer, die durch die Last der Hypotheken ihre Häuser verlieren. Über die Überlegenheit solcher Gläubigen gegenüber ihren Gläubigern z.B. dem Banker McAllan. Kurzfilm.


► Die Unruhe des Geldes – Geldwert und -verlust im Verlauf der Zeiten


Geld ist der offenen Gewalt überlegen. Deshalb ist keine moderne Zivilisation bekannt, die auf dieses Zaubermittel verzichten kann. Jemand, der sich aufs Geld verlässt, hat mit ungewisser Zukunft zu tun. Das ist die “Unruhe des Geldes”.

Ursprünglich wurde das Zaubermittel Geld erfunden, um Unsicherheit zu beseitigen. Tatsächlich ist die Unruhe der Treibsatz des Geldes, sagt der Ökonom und Soziologe Prof. Dr. Dirk Baecker. Über Geldwert und Geldverlust im Verlauf der Zeiten.


DVD-Empfehlung:
Alexander Kluge: Früchte des Vertrauens

fruechteGodard sagte über seinen Videoessay Histoire(s) du cinéma, mit dem Medium DVD seien noch ganz andere Dinge möglich.

Was man mit den Silberscheiben anstellen kann, demonstrierte Alexander Kluge, nach eigener Auskunft Godards »jüngerer Cousin«, mit seinen Nachrichten aus der ideologischen Antike. Andreas Platthaus schrieb damals in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die DVD sei genau das richtige Medium für sein Werk, Kluge selbst sieht darin die Möglichkeit einer »extensiven Landwirtschaft des Films«.

Mit diesen Mitteln setzt er sich nun in seinem neuen Projekt mit den Kollateralschäden der Wirtschaftskrise auseinander. Es geht um den Gegenpol der Krise – das Vertrauen: Was läßt sich für Geld nicht kaufen? Warum ist Vertrauen, das durch Werbung und Geld allein nicht erkauft werden kann, ein Rohstoff, notwendiger als Beton oder Öl? Unterstützt wird er dabei vom Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz, von Peter Berling in der Rolle des Tiermehlfabrikanten Fred Eicke, von Dirk Baecker, Helge Schneider, Joseph Vogl und vielen anderen.

Bonus: Booklet mit Texten von Alexander Kluge, Geschichten (PDF-Dateien zum Download)

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